DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Heinrich Sternemann • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 27. Februar 2010
Angst um unseren STERN
Beginnt mit Wolfgang Bernhard die neue Eiszeit?
Kaum liefen am 18. Februar 2010 die ersten Meldungen über die Ticker, dass der Daimlerkonzern für 2009 Milliardenverluste eingefahren hat, da wurde der DRSB e.V. mit Stimmen aus unserer Bevölkerung überflutet.
Nach den abenteuerlichen Ausflügen in die USA und dem Finanz - Desaster mit Chrysler hatten viele Mitarbeiter von Mercedes damit gerechnet, dass man wieder zu schwäbischen Grundwerten zurückkehrt und mit solide gebauten Autos ausreichend Geld verdient.
Doch nach dem überraschenden Wiedereinstieg von Wolfgang Bernhard bei Mercedes schwanden die Hoffnungen auf eine baldige Besserung.
Besonders einige Betriebsratsmitglieder konnten sich noch sehr gut an das eisige Führungsgebaren des Ex - McKinsey - Beraters erinnern.
Bei VW gefeuert - Bei Mercedes gefeiert.
Man kannte zwar die Seilschaft zwischen Zetsche und Bernhard, doch nachdem die Diskussionen um die Vertragsverlängerung von Dieter Zetsche begannen, glaubten viele Menschen in unserer Heimat noch an Gerechtigkeit.
Denn wer so grandios wie Zetsche und Bernhard den ehemaligen DaimlerChrysler - Konzern vor die Wand gefahren hat, sollte besser seinen Hut nehmen, lautete die vorwiegende Meinung in der Bevölkerung.
Mit neuem Management und schwäbischen Tugenden glaubten die meisten Mercedes - Sympathisanten an ein glorreiches Comeback des Autobauers. Die Debakel um fehlerhafte amerikanische Injektoren von Delphi warfen Schatten auf den einst glänzenden Stern, so dass selbst die größten Optimisten für das Geschäftsjahr mit Verlusten rechneten.
Doch mit einem Minus von rund 2,7 Milliarden Euro rechneten nicht einmal die größten Pessimisten bei den Banken.
Einmal abgesehen von der extrem kalten Dusche für die Aktionäre, die erstmals seit 14 Jahren auf Dividendenzahlungen verzichten müssen, sind die unerwartet hohen Milliardenverluste das reinste Eisbad für alle Mitarbeiter des schwäbischen Autobauers.
Ein falsches Signal zur falschen Zeit,
denn nun geht sie wieder um, die Angst um unseren Stern. Hinzu kommt für viele verschärfend, dass das so genannte Stehaufmännchen [ Insiderjargon ]
Dieter Zetsche
den Weg zurück ins Spiel gefunden und auch noch seinen Kumpel aus den alten Tagen beim DaimlerChrysler - Konzern wieder auf einen Vorstandsposten gehoben hat.
Man braucht nicht viel Phantasie, um sich auszumalen, wie heftig die Reaktionen hinter den Kulissen ausfielen.
Die Verpflichtung von Michael Schumacher scheint offensichtlich die verantwortlichen Aufsichtsräte derart geblendet zu haben, dass sich unerwartet für eine dreijährige Weiterverpflichtung von Dieter Zetsche eine Mehrheit fand.
Offensichtlich braucht man lediglich für sieben Millionen Euro einen siebenfachen Weltmeister Michael Schumacher hinters Lenkrad von Mercedes zu setzen, um von den erwirtschafteten Milliardenverlusten abzulenken.
Niemand war deshalb überrascht, als auf der Bilanz - Pressekonferenz schon wieder für das Geschäftsjahr 2010 Gewinne in Aussicht gestellt wurden.
Der Daimler - Konzern, der im weltweiten Pkw - Geschäft vor allem mit Audi und BMW konkurriert und auch demnächst von VW - Neuheiten bedrängt werden könnte, hat anscheinend noch nicht realisieren wollen, dass die Mitbewerber nicht schlafen.
Selbst wenn Michael Schumacher ein furioses Comeback in der Formel1 gelingen sollte und er womöglich auf den Rennpisten dieser Welt seinen achten Weltmeistertitel einfahren kann, wird deshalb kaum ein Mercedes mehr verkauft. Und Ferrari - Anhänger sind ohnehin sauer auf ihren Michael und werden kaum zum Stern wechseln wollen.
In der so genannten
Premium - Klasse
zählen nach wie vor Solidität, Verarbeitungsqualität und der sichere Einsatz von technischen Innovationen.
Schenkt man den Umfrageergebnissen der europäischen Fachpresse Glauben, so haben Mercedesfahrzeuge auf den vorgenannten Bewertungsfeldern seit dem Abenteuer in den USA erheblich Federn lassen müssen.
Kaum ein ernst zu nehmender Autoexperte rechnet durch den Wiederaufstieg von Wolfgang Bernhard in die Vorstandsarbeit mit erkennbaren Verbesserungen, obwohl einige Medien mit aller Gewalt den Ex - McKinsey - Berater zum allseits beliebten und vermeintlich befähigten
„Automann“
aufbauen möchten.
Denn wer den Ex - McKinsey - Berater erleben durfte, der weiß, mit welch rüden Methoden der „neue“ Mercedes - Vorstand den letzten Cent aus jedem Auto herausholen möchte.
Zitat Dieter Zetsche:
„Wir haben das Unternehmen
im Jahresverlauf 2009 deutlich effizienter gemacht“.
Zitat Ende.
Wie effizient, dass berichten dem DRSB e.V. verärgerte Mercedes - Fahrer aus allen Fahrzeugklassen, die sich seit Monaten darüber wundern, dass die Fachzeitschriften die vermehrt auftretenden Mängel an vielen Mercedes - Fahrzeugen „schamhaft“ verschweigen.
Durch dieses womöglich gezielte Unterdrücken von Tatsachen und Fakten helfen die Journalisten der Fachpresse aber lediglich den verantwortlichen Managern für ihre Vertragsverlängerung.
Für die meisten Mitarbeiter könnte das Unterdrücken von Fehlentwicklungen aber sehr schnell zum Verlust des Arbeitsplatzes führen, wenn enttäuschte oder völlig frustrierte Mercedes - Kunden sich in Scharen von der ehemaligen Qualitätsmarke abwenden.
Denn selbst in den Wachstumsmärkten zwischen Nahost und China erwartet man heute Topqualität und vergleicht sehr kritisch die Fahrzeuge von Mercedes mit Audi oder BMW.
Auch in Abu Dhabi oder Indien fährt man lieber moderne Achtganggetriebe als obsolete Fünfgangschaltungen aus dem vorigen Jahrhundert.
Da kann der sympathische Mercedes - Rennfahrer
Nico Rosberg
noch so charmant lächeln, wo Qualität und Innovation gefragt ist, helfen nur echte Premiumleistungen weiter.
Und wenn Anfang 2011 die prognostizierten 1,5 Milliarden Euro des für 2010 erwarteten Konzerngewinns aus den Personenwagensparten Mercedes - Benz, AMG, Smart und Maybach fehlen sollten, dann werden auch die größten Optimisten feststellen, dass man
mit einem hohen Drehmoment nicht aus jeder Krise fahren kann.
Denn noch ein weiteres Jahr wird Dieter Zetsche ein möglicherweise schlechtes Abschneiden seines von ihm geleiteten Konzerns nicht der Finanz- und Wirtschaftskrise zurechnen können.
Es ist nicht weiter verwunderlich, dass erfahrene Börsianer sowohl die fehlende Dividende als auch vom Zetsche - Ausblick enttäuscht sind. Offen spricht man in Frankfurt, London, Brüssel und New York von der
„Angst um unseren STERN“.
Der Ausblick auf das in den USA bereits gescheiterte Managementduo
Dieter Zetsche / Wolfgang Bernhard
scheint nicht befriedigend auszufallen und greift sogar auf einige Käuferschichten in unserer Heimat und in Europa über.
Zetsches langjähriger Weggefährte Wolfgang Bernhard, der noch von seinem Vorgänger Jürgen Schrempp 2004 in die Wüste geschickt wurde und auch bei VW auf erbitterten Wiederstand stieß, befeuert die allgemeinen Befürchtungen um das gedeihliche Fortbestehen der schwäbischen Traditionsmarke.
Denn dass im Mercedes - Konzern scheinbar auf allen Ebenen viele McKinsey - Berater den Taktstock schwingen, führt zunehmend zu Verärgerungen nicht nur bei langjährigen Mercedeskunden.
Die wachsende
„Angst um den STERN“.
scheint also nicht unbegründet zu sein.
Wenn nämlich die Sterne von Zetsche und Bernhard noch weiter absinken sollten, werden ehemals zufriedene Fahrer der E - Klasse- , wie auch der S - Klasse- und Flottenkunden zunehmend kritischer reagieren.
Denn Dieter Zetsches Wirkung nach innen und außen ist seit jeher undefinierbar.
Schon seit längerer Zeit beklagen immer wieder Mitarbeiter, keine klare Aussagen von ihrem obersten Chef zu erhalten, wohin er mit Daimler und Mercedes in den nächsten fünf Jahren geschäftlich hinsteuern möchte.
Wie uns täglich DRSB - Leser glaubhaft mitteilen, springen in sehr vielen deutschen Mercedes - Niederlassungen immer mehr langjährige Kunden ab und bedienen sich bei Audi, BMW oder VW.
Selbst die meisten Journalisten, Börsianer und Mercedeskunden schütteln noch heute mit Unverständnis den Kopf über den Zetsche - Spruch auf der Detroiter Motorshow zur Zukunft von Daimler / Mercedes
Zitat:
„Wir sind stark, wir sind grün, und wir sind ready to roll“.
Zitat Ende.
DRSB
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