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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Heinrich Sternemann Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 13. Juli 2009

 

 

Billionen - Poker

Niemand hilft dem deutschen Mittelstand

 

Die weltweite Wirtschaftskrise wird immer bedrohlicher. Was die deutsche Bevölkerung noch mehr aus der Bahn wirft, ist die wachsende Angst und Verunsicherung, die sie mit sich bringt.

Denn was auf den politischen Bühnen dieser Welt gespielt wird, entzieht sich nicht nur vollkommen der Volkskontrolle, sondern ganz augenscheinlich jeglicher Kontrollen.

Die Wutwelle in den einzelnen Staaten nimmt rapide zu, denn die so genannten Wirtschaftseliten entpuppen sich - nicht nur in Deutschland - als verschworener Club, der jeder Realität bereits entrückt ist.

Die amerikanische Regierung rechnet damit, dass in den USA jeden Monat rund 600 000 Arbeitsplätze verloren gehen, die mittelfristig nicht zu ersetzen sind.

Deutschland erlebt derweil eine Sturmflut der Kurzarbeit, mit der das Gespenst der darauf folgenden Arbeitslosigkeit noch kurzfristig zu übertünchen sein wird.

Die riesigen amerikanischen Hypothekenbanken mit den lustig klingenden Namen

Freddy Mac und Fanny Mae

überfluteten die Finanzwelt mit grauenvollen Bilanzzahlen und zeigen nun schon seit Monaten die ganze Hilflosigkeit der amerikanischen Politik auf.

Aber auch Westeuropa und insbesondere Deutschland steht noch vor harten Prüfungen, wenn sich herausstellen sollte, dass Arcandor, Karstadt oder Opel vielleicht doch nicht mehr zu retten sind.

Milliardenbürgschaften hin und so dargestellte Konjunkturpakete her - mittelständische deutsche Betriebe sind schwer enttäuscht vom Krisenmanagement der amtierenden Bundesregierung.

Man fürchtet zu Recht erhebliche Wettbewerbsnachteile für deutsche Betriebe, die keinerlei Staatshilfen bekommen. Viele deutsche mittelständische Unternehmer gehen von einem wahlkampfpolitischen Stillstand aus. Niemand erwartet mehr vor dem September 2009 nutzbringende Impulse aus Berlin. Diese Enttäuschung, ja Resignation, ist nachvollziehbar, denn die wirtschaftpolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland haben sich deutlich verschlechtert.

Das Herumlamentieren der Berliner Politiker hat das Ansehen des Politiker - Standes schwer beschädigt.

Die Mehrzahl der Mittelständler fühlen sich schon heute verraten und verkauft, denn vor lauter Arcandor, Karstadt und Opel scheint der deutsche Mittelstand wieder einmal in Vergessenheit geraten zu sein.

Die meisten Bürger überschätzen noch immer die Bedeutung und die Macht von multinationalen Unternehmen, obwohl weit über 90% der rein deutschen Unternehmen klein oder mittelgroß sind und viele Handwerksbetriebe 7 von 10 Arbeitsplätzen stellen sowie die Hälfte der deutschen Wirtschaftsleistung erbringen.

Diese gebeutelten Selbständigen haben kein Verständnis dafür, dass Milliarden Euro Staatsgelder an unüberprüfbare multinationale Unternehmen fließen, nur weil diese aus der Sicht von einigen Politikern groß sind und deshalb überleben sollen.

Der extreme Rechtsruck bei den Europawahlen in den Niederlanden lässt die Spitze des Eisberges vermuten, denn es ist die Ungerechtigkeit, die die Menschen umtreibt.

Die Arbeitnehmer in mittelständischen Unternehmen wissen nur zu gut um die direkten Folgen einer Wettbewerbsverzerrung durch Milliardenzahlungen an Großunternehmen, die ihnen viele Aufträge vor der Nase wegschnappen, weil sie die Preise drücken können und kaum zu Steuerzahlungen herangezogen werden.

Besonders verwerflich ist in dieser prekären wirtschaftlichen Lage der Versuch der SPD, die schlimme Situation der deutschen Arbeitnehmer wahlkampftaktisch für sich auszuschlachten.

Zurzeit ist schwer abschätzbar, welche Lösungsansätze die wirtschaftlich Sinnvollen und  Nutzbringenden sein werden. 

Es steht jedoch bereits heute fest, dass die handelnden Berliner Politiker aus allen Parteien die wirtschaftliche Gesamtlage seit Jahren völlig falsch eingeschätzt haben und tatsächliche Sanierungschancen leichtfertig verschenkten.

Vielen rast deshalb das Herz und die Hände beginnen zu schwitzen, wenn sie nur die Wörter Wirtschaftspolitik oder Rentensysteme hören.

Die beschämende Einfalt der deutschen Parteien ist aber nicht der Hauptgrund dafür, dass die Bevölkerung vergeblich nach Wahlventilen sucht und dadurch selbst farblose Parteien - wie zum Beispiel die FDP - erhebliche Stimmengewinne verzeichnen können.

Fakt ist:

Es fehlen in allen deutschen Parteien

Identifikationsfiguren mit echtem Fachwissen.

Beharren die deutschen Parteien weiterhin auf diesem fatalen „Status Quo“, so werden sich bei den anstehenden Wahlen noch mehr Bürger von ihnen abwenden.

Obwohl die SPD bei der Europawahl den klarsten

Denkzettel des Jahres

erhalten hat, streiten die „lustigen“ Genossen lieber über Posten und Pöstchen als über Nutzmehrungen für die Bevölkerung.

Vermutlich werden die sozialdemokratischen Genossen erst ab 15% aller Wählerstimmen zur Erneuerung fähig sein.

Zu spät, um Mehrheitsverhältnisse im Parlamenten noch wesentlich beeinflussen zu können.

Der drohende Totalausfall der SPD in Sachen Wirtschaftspolitik macht die Probleme für die Menschen im Land nicht kleiner, wenn gleichzeitig der Druck vom rechten Rand größer wird.

Und damit ist nicht ein Wiedererstarken der CSU gemeint, sondern die zu erwartende Hinwendung zu radikalen Splittergruppen und islamfeindlichen Parteien.

Mit aggressiven Parolen gegen Obama und den Koran wird schon heute das Misstrauen gegen Migranten und Amerikaner systematisch geschürt.

Die Deutschen haben genug von inhaltlosen Versprechungen der Berliner Politiker und von einem schmarotzenden europäischen Parlament.

Wirtschaftliches Überleben spielt deshalb für die meisten aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher die Hauptrolle.

Wir müssen also umdenken. Jetzt, zügig und konsequent.

Denn alles was der deutschen Bevölkerung

noch geblieben ist, ist das Trugbild von einer sozialen Gesellschaft.

In diesem Gesellschaftsnetz ist quasi jeder mit jedem verbunden, sodass auch Einzelne oder kleinere Gruppen nicht ausschließlich egoistisch handeln sollten.

Deutschland muss raus aus dem beklemmenden Kokon der privaten Ängste, denn Netzwerke können reißen.

Und vielleicht müssen wir sie reißen lassen, damit die Solidarität die Zeit zur Reorganisation findet.

Denn weist nicht schon heute alles darauf hin,

dass Deutschland am Endpunkt des uferlosen Egoismus als Lebensprinzip angelangt ist?

Der DRSB e.V. kann nicht alle weltweiten Netzwerke unter Beobachtung halten, aber wir können den deutschen Teil des Netzes, so gestalten, dass die Bevölkerung auch in Zukunft sozialen Halt finden kann.

Amerikanische Utopien werden uns nicht retten, denn diese eigensinnige Art der Realitätsauslegung versagt gerade auf ganzer Linie.

Die Flucht in die Annehmlichkeiten des Alltags sowie das Klammern an das, was uns früher scheinbar geholfen hat, macht die meisten Politiker in der Krise halt- und ratlos.

Auf die worthülsenreiche Erklärungen der bisherigen Meinungsführer können und wollen sich die Bürger nicht mehr verlassen.

Zu sehr mutierten einige Politiker zu Spielsüchtigen des Erfolges.

Bekanntlich verändern Spielsüchtige selten ihre Verhaltensweisen, sodass die Bevölkerung auf dem Weg zu sein scheint die Spielregeln grundlegend zu erneuern.

Es wird ungemütlicher werden können in deutschen Parlamenten, denn mit dem Berliner

Billionen - Poker

entwickelt sich die Wirtschaftspolitik zur Marterstrecke für die meisten Deutschen.

Und dann, wenn der Vertrauensverlust am allergrößten ist schlägt wieder die Stunde der Radikalen.

 

             

 

DRSB

 

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sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,

sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,

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Stand: 13.07.09

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