DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Heinrich Sternemann • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 31. Mai 2009
Das Wort am Sonntag
Leistung muss sich wieder lohnen!
Täglich wächst das diffuse Gefühl von Ungerechtigkeit
In der langen Regierungszeit von Helmut Kohl war es der bisher beste Wahlkampfslogan der damaligen echten Volkspartei CDU.
Leistung muss sich wieder lohnen!
Solch ein Spruch hört sich heutzutage quasi wie ein verzweifelter Hilferuf an, denn in unserer Gesellschaft zählt nach wie vor das Leistungsprinzip mit ungerechter Bezahlung.
Doch Leistung, was ist das? Wer bestimmt was Leistung ist?
Und wie soll Leistung gerecht honoriert werden?
Die deutsche Gesellschaft darf sich auf keinen Fall dem
Casino - Kapitalismus
ausliefern, sonst rutscht der Begriff Leistung zur Unbürgerlichkeit ab.
So genannte Topmanager beziehen nicht nur in Deutschland immer noch Jahresgehälter von
10, 20, oder sogar im Fall des Porsche Chefs Wiedeking 60 Millionen Euro.
Unvorstellbare Summen für normale Bürger. Solche Jahresbezüge wurden aber jahrelang von den Medien als vollkommen gerecht und normal dargestellt.
Doch diese unvorstellbaren Summen empören täglich immer mehr Deutsche, so dass sich die Politiker gezwungen sahen, sich mit vordergründigen rhetorischen „Wortübungen“ ebenfalls dagegen auszusprechen. Völlig unglaubwürdig, denn kaum noch jedmand in Deutschland glaubt daran, dass sich Mitglieder in atlantischen Netzwerken gegenseitig die Einkommensmöglichkeiten absprechen wollen.
Dass zum Beispiel ein Bürger mehr verdient, als der andere, ist dabei nicht der soziale Knackpunkt.
Wer mehr leistet
oder mehr leisten möchte, der soll auch mehr verdienen.
Das ist die überwiegend geäußerte Meinung der Befragten durch den DRSB e.V..
Aber wer 400mal mehr verdient als ein normaler Mitarbeiter, der hat nicht gleichzeitig 400mal mehr gearbeitet, geschweige denn 400mal mehr geleistet.
Die noch vor 25 Jahren gültige Formel, dass jede Leistung adäquat zu entlohnen sei, stimmt schon lange nicht mehr.
Leistung und messbarer Erfolg driften erheblich auseinander.
Eine zur Leistung bereite Krankenschwester arbeitet mit notwendigen Überstunden rund 52 Stunden in der Woche und verdient durchschnittlich monatlich magere 1360,00 Euro netto.
Bei 208 Arbeitsstunden im Monat entspricht das einem Stundenlohn von
6,54 Euro.
Die meisten Bürger empfinden diese Bezahlung als unfair und ungerecht, weil von der Bevölkerung verlangt wird, dass sie ihre Existenz durch Leistung, also durch Arbeit, bestreiten soll.
Wie betonen es die Neoliberalen in der FDP immer und überall:
„Wer arbeitet, kann ein unabhängiges, selbständiges Leben führen“.
Mit 1350,00 netto aber dürfte das einer alleinerziehenden Krankenschwester kaum noch gelingen.
Ein Mercedes - Chef Zetsche oder der BMW - Boss Reithofer haben da mit rund einer Million Euro pro Monat andere Probleme.
Selbst der aus Sicht von Zetsche und Reithofer unterbezahlte VW - Boss Winterkorn fristet mit durchschnittlich 500.000,00 Euro monatlich kein Armendasein.
Wenn aber in globalisierten Märkten nicht mehr Aufwand, Können, Erfahrung und Fleiß über Erfolg oder Misserfolg entscheiden, wer tut es dann?
Hört man deutsche Bankenchefs wie
Ackermann [ Deutsche Bank ] oder Blessing [ Commerzbank ]
darüber reden, so fällt immer häufiger der Begriff
„der Markt“.
Aber selbst für die globalisierten Märkte zählt nicht, was ein fleißiger Bürger an Leistung investiert, sondern lediglich, welchen Gewinn „diese“ Leistung für den einzelnen erzeugt.
Was in früheren Jahren einmal als Leistung gewertet wurde, wie zum Beispiel
Sorgfalt, Zuverlässigkeit, Wissen oder Erfahrung,
wird heute sogar abgewertet und als überflüssiger Energieverschleiß verstanden.
Aus zahlreichen Berichten von gequälten und gemobbten Bürgern ist zu entnehmen, dass gerade Mitarbeiter von amerikanischen Beratungsunternehmen, vermehrt dazu neigen, die Leistung von bewährten Bürgern gezielt abzuwerten.
Es gibt neoliberale Gruppen in Deutschland deren Angehörige sich darüber empören, dass die meisten Bürger im Land zu viel verdienen.
Die eigenen Spitzengehälter
dagegen bezeichnen diese Leistungsprotagonisten als weiteren Ansporn.
Da müssen die Fragen erlaubt sein:
Ansporn zu was?
Ansporn zum weiteren Ausbeuten der Bürger?
Auf der anderen Seite vollbringen Millionen Bürger in unserem Land Tag für Tag hervorragende Leistungen, für die ihnen die Anerkennung versagt wird.
Seit nunmehr 20 Jahren stagnieren Löhne und Gehälter in Deutschland oder sind gar mit der tatkräftigen Unterstützung der Gewerkschaften auf dem Rückmarsch.
So etwas nennt man auch
„realer Einkommensverlust“.
In den sechziger, siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatten Bürger noch die reale Chance sich vom Lehrling bis zum Vorstandsvorsitzenden hochzuarbeiten.
In den sechziger, siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatten Bürger noch die reale Chance sich mit ihrem ersparten Geld Wohnungseigentum zu erwerben.
Wer kann sich heute noch aus seinen
Ersparnissen eine Eigentumswohnung kaufen?
Seitdem neoliberale Egoisten in den vielfältigen Verzweigungen der atlantischen Netzwerken Schlüsselpositionen besetzt halten und mit der Hilfe von willfährigen Politikern sowie den Medienvertretern die deutsche Bevölkerung systematisch verarmen, entwickelt sich unser Land zur
Zone der Unbürgerlichkeit,
in der sich wahre Leistungen nicht mehr so recht zu lohnen scheinen.
DRSB
Wir kämpfen seit 21 Jahren mit der Stimme der Demokratie
für
einen modernen Sozialstaat,
sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,
sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
und für
korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.