DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Heinrich Sternemann • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 12. November 2009
Deutsche Politiker:
Die Zauberlehrlinge der USA?
Wird die Adam Opel GmbH das Opfer des Fluchs der bösen Tat?
Im Kern ist die Politik der schwarz / gelben Regierungskoalition, schon wegen der Dominanz von CDU / CSU, mehr oder weniger die Fortsetzung der vormaligen Koalition aus SPD und Union.
Eigentlich bräuchte man deshalb das 100 - Tage - Jubiläum gar nicht abzuwarten, denn die erste Bundeskanzlerin trat ihre zweite Amtszeit mit fast gleichlautenden Kommentierungen durch die Medien an.
Auch wenn Angela Merkel zum zweiten Mal hintereinander ein „sauschlechtes“ Bundestagswahlergebnis für ihre Partei einfuhr, so wurde sie natürlich wieder von den amerikanischen Medien zur mächtigsten Frau der Welt gekürt.
Die USA belohnen sehr gerne sklavische Loyalität.
9:26 Minuten
anhaltender Beifall für die Bundeskanzlerin Angela Merkel!
17- malige Applaus - Unterbrechungen
im Kapitol bei ihrer Rede vor beiden Häusern des US - Parlaments!
That I promise you“,
sagt Angela Merkel ganz zum Schluss auf Englisch. Deutschland stehe in Treue fest zu Amerika.
„Das verspreche ich Ihnen.“
Amerikaner lieben nun einmal rührselige Geschichten, bei denen die Freiheit über die Unfreiheit siegt und man ihnen die Unterwürfigkeit auch deutlich mitteilt.
Ist jetzt erleichtertes Aufatmen angesagt?
Eher NEIN,
denn wer so frenetisch von 500 Senatoren und Abgeordneten minutenlang beklatscht wird, von dem erwarten die USA in der Zukunft auch reichlich dementsprechende Gegenleistungen.
Umsonst gibt
es für deutsche Politiker in Washington nichts!
Selbstdarsteller haben den Medien zu jeder Zeit immer viel Stoff für politische Reportagen geliefert.
Doch die Kluft zwischen dem frenetischen amerikanischen Jubel und der Fähigkeit, große Sachprobleme in unserer Heimat zu lösen, wächst bei Angela Merkel täglich.
Der Zorn der Düpierten hatte sie schon vor ihrer Rückkehr aus den USA eingeholt, denn
die GM - Entscheidung, die Adam Opel GmbH nun doch zu behalten, erntet sogar im Lager der CDU / CSU Unverständnis.
Bereits am 13. Mai 2009 erschien der DRSB - Artikel
Optimismus ist Mangel an Informationen
Müssen für den „genialen Deal“ schon wieder die deutschen Steuerzahler bezahlen?
Wandern schon wieder weitere Steuer - Milliarden völlig nutzlos in die USA?
Der DRSB - Artikel endete mit dem Satz:
Wer weiß, welche Überraschungseier man den
schwer gebeutelten Opelanern noch präsentieren möchte?
Denn fehlgeleiteter Optimismus ist oftmals lediglich ein Mangel an Informationen, so dass der DRSB e.V. den gesamten Verlauf der Schmierenkomödie um die Adam Opel GmbH bis heute kritisch hinterfragen musste.
Schon im Jahr 2005 wurden die Übertragung und Sicherstellung von werthaltigen Vermögensgegenständen präventiv vorbereitet.
Der Ex - McKinsey Berater und heutige [ noch ] Aufsichtsratsvorsitzende
Carl - Peter Forster
hatte im Detail die Vorgehensweise mit den Amerikanern abgestimmt, so dass man mit der Hilfe der Medien den gutgläubigen Menschen in unserer Heimat diesen „Deal“ nur noch wirksam verkaufen musste.
Obwohl diese Fakten schon im Mai 2009 bekannt waren, kann angeblich die jetzige Bundesregierung ihre Enttäuschung kaum verbergen und der Opel - Betriebsrat möchte gerne auf Konfrontationskurs gehen.
Nach knapp elf Monaten Überlebenskampf der
Adam Opel GmbH
kommt dieser Beschluss somit keinesfalls, wie man in den Medien zu hören bekam, wie eine kalte Dusche.
Vom DRSB e.V. wurde
seitdem 13. Mai 2009 nicht anders erwartet.
Nach diversen elendig langen [ Schein- ] Verhandlungsrunden sowie der staatlichen Zwischenfinanzierung in Milliardenhöhe wandern schon wieder weitere Steuergelder völlig nutzlos in die USA.
Es steht also in den Sternen, ob und wann die großzügig gewährte Brückenfinanzierung entsprechend der vertraglich vereinbarten Konditionen zurückgezahlt wird.
Vermutlich werden recht bald unverschämte Forderungen der Amerikaner nach noch mehr Staatsgelder in Berlin eintreffen.
Wenn diese nicht bereits heute schon vorliegen!?
Bekanntlich ist die Leistungsfähigkeit von GM erheblich geschwächt und das Überleben des Autokonzerns wird mit amerikanischen Steuergeldern sichergestellt.
Höchstwahrscheinlich erst nach der Landtagswahl in NRW [ 09. Mai 2010 ] werden Standortschließungen und Massenentlassungen in unserer Heimat und in Europa bekannt gegeben.
Bis dahin wird sich der hessische Ministerpräsident
Roland Koch,
in dessen Bundesland das Adam Opel - Stammwerk Rüsselsheim liegt, noch mehrmals medienwirksam erzürnen dürfen und sein Kollege
Jürgen Rüttgers
muss ängstlich darauf hoffen, dass erst nach dem 09. Mai 2010 die tatsächlich getroffenen GM - Entscheidungen bekannt gemacht werden.
Dabei werden wie immer die Effekte der gegenseitigen Suggestion mit
Pseudo - Symbolik
untermalt in den europäischen Medien zelebriert.
Die sprichwörtliche Vorliebe für machttaktische Spielchen auf beiden Seiten [ GM / deutsche Politiker ] ist deshalb mehr als nur die althergebrachte professionelle Deformation der Wünsche und Hoffnungen der betroffenen Menschen.
So etwas könnte man auch als
Neigung zum Machtzynismus
bezeichnen.
Dass die Bundes- und Landespolitiker mit mehr Visionen und Zukunftsbildern dieses zu erwartende Desaster hätten verhindern müssen, wird aller Voraussicht nach in sieben Monaten nicht nur die Schlagzeilen der Bildzeitung zieren.
Der revolutionäre Sprung ins globalisierte Zeitalter wird dann wieder aus der
Medien - Mottenkiste
geholt und die Überforderung der Industrie und der Wirtschaft durch die deutschen Sozialsysteme in den Fokus der Berichterstattung rücken.
Angela Merkels
in allen Medien hoch gelobter Mut zu radikalen Reformen der sozialen Sicherungssysteme prägt ab spätestens Juni 2010 die wirtschaftspolitische Themenwelt und wird ihr und der CDU / CSU nicht mehr hilfreich zur Seite stehen können.
Die wechselnden GM / Opel - Szenarien haben durch ihre
Risiken und Nebenwirkungen
die CDU / CSU in ihrer Glaubwürdigkeit schon jetzt auf das Schwerste getroffen und beschädigt.
Praktisch jeder verlorene Arbeitsplatz bei der Adam Opel GmbH kann die CDU in NRW deutlich unter die 30%-Marke drücken.
Hinzu kommen die eklatanten Kommunikationsverluste der Gewerkschaften, die durch ihre Protagonisten in den Beirats- oder Aufsichtsratsgremien sitzen.
Der Ansehensverlust der politischen Klasse
in unserer Heimat wird auch durch heftig applaudierende amerikanische Senatoren und Abgeordnete nicht aufzuhalten sein.
Nicht nur die betroffenen
Opelaner
und ihre Familien haben schon heute das ungute Gefühl, von bloßen Machttechnikern regiert zu werden.
Zauberlehrlinge, Getriebene,
und nicht mehr nutzmehrende
Gestalter
für die Menschen in unserer Heimat zu sein.
Die Berufspolitiker in Berlin
spiegeln besonders deutlich diese brisante Entwicklung.
DRSB
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