DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Heinrich Sternemann • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 06. November 2009
Fehlanlage Fondsmodelle?
Bezahlen ausschließlich die Kleinanleger die Zeche?
Anfang des Jahres 1996 stand das wichtigste Aktienbarometer, der so genannte
DAX
[ Deutscher Aktien Index ],
bei durchschnittlich 2500 Punkten.
Gemäß den damaligen repräsentativen Umfragen von Meinungsforschungsinstituten interessierten sich nur rund 21% der Menschen in unserer Heimat für Aktienhandel oder das Geschehen rund um die Börsen.
Laut Allensbach waren lediglich knapp 19% der erwachsenen Bevölkerung überhaupt bereit, sich mit solchen Themen auseinander zusetzen.
Für alle
Banker, Broker
und sonstige
Aktienverkäufer
das reinste Horrorszenario, denn von dem riesigen Volks- und Sparvermögen fanden rund 10 Milliarden DM [ Deutsche Mark ] den Anlageweg an die Börse.
Viel zu wenig aus der Sicht der Vorgenannten!
Man schaute neidisch und verärgert auf die erfolgreichen Managerkollegen der deutschen Versicherungskonzerne, die damals noch 87 Milliarden DM [ Deutsche Mark ] Kundengelder für Lebensversicherungen, aus der Sicht der Banker und Broker, regelmäßig unter ihr Kopfkissen gelegt bekamen.
Doch noch säuerlicher wurden die Minen der Banker und Broker, wenn sie daran denken mussten, dass ein gigantisches Volksvermögen von durchschnittlich 95 Milliarden DM
[ Deutsche Mark ] auf die Sparbücher der Menschen in unserer Heimat wanderte.
Völlig unverständlich aus dem Selbstverständnis der Börsen - Junkies heraus, denn auf ein Sparbusch gab es durchschnittlich nur „magere“ 3% Zinsen.
Dieses Ungleichgewicht wollten die Banker und Broker mit aller Macht verschieben.
Mit der Hilfe von innovativen Werbeagenturen und den willfährigen Medien wurde den Menschen in unserer Heimat zunächst der Aktienkauf schmackhaft gemacht.
Einige Leidtragende können sich womöglich noch an die „charmanten“ und „lustigen“ Werbespots für die Telekom- oder Postaktien erinnern, die den Aktienhandel urplötzlich boomen ließen.
Viel lieber aber verkaufen die Banken gutgläubigen Anlagekunden illustre Papiere diverser Fondsmodelle.
Warum das so ist?
Das Geheimnis ist schnell gelüftet, denn an Investmentfonds verdienen die Banken wesentlich mehr als an so genannten Dividendentiteln [ Aktien ].
Die Anstrengungen der Banken innerhalb der letzten 13 Jahre wurden reichlich belohnt, denn bis 2008 kauften die Menschen in unserer Heimat wesentlich mehr Fondszertifikate als Aktien.
Für das ständige Anheizen der Fondsverkäufe erwies sich als besonders hilfreich eine äußerst fragwürdige Studie der Unternehmensberater von
McKinsey,
die besagen soll, dass der Verkaufserfolg eines Investmentfonds keineswegs von seinen nachweisbar erbrachten Leistungen in der Vergangenheit abhängt.
Laut der Empfehlung der Unternehmensberatung
McKinsey
verkaufen sich nicht diejenigen Fondsmodelle am meisten, die den höchsten Wertzuwachs erzielen, sondern die Fondszertifikate, die über die größte
Vertriebsplattform
verfügen.
Und das sind, damals wie heute, nicht die Bankangestellten in den Filialen der deutschen Bankinstitute.
Regelmäßige und aufmerksame DRSB - Leser ahnen vermutlich was jetzt kommen muss.
Schon in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts bediente man sich eines unvorstellbaren Verkaufsheeres so genannter Finanzdienstleister.
Mit der Hilfe der
IOS
von Bernie Cornfeld [ siehe diverse DRSB - Berichte ] stürmte man die Häuser und Wohnzimmer der Menschen auch in unserer Heimat und schwatzte ihnen die „ach so tollen“ Kapitalanlagen der Fondsgesellschaften auf.
Über das wirtschaftliche Unwesen, das die Nachfolger der IOS noch immer ungestraft treiben dürfen, berichtet der DRSB e.V. in regelmäßigen Abständen.
Denn die so genannten
„Strukkies“
durchpflügen tagtäglich jeden Winkel in unserer Heimat auf der Suche nach gutgläubigen Fondsanlegern.
Da man mit Versicherungsprodukten die meisten Kunden schon überbrannt hatte, musste man mit dem Vertrieb von Fondsmodellen das eigene wirtschaftliche Überleben sichern.
Für die Chefprotagonisten von
AWD, Bonnfinanz, DVAD, HMI, MLP, OVB
sowie von diversen
„ANDEREN NEUGRÜNDUNGEN“
ist der Verkauf von Fondsmodellen ein äußerst lukratives Geschäft, weil in der Regel die gesamten Ausgabeaufschläge eines Fonds auf den Konten der vorgenannten Strukturvertriebe landen.
Alleine nur die heute so genannte
DVAG
[ vormals AVAG ]
verbreitert die Vertriebsplattform um ausgewiesene 37.000 so dargestellte Finanz- oder Vermögensberater und verhalf den Fondskonstrukten der
DIT
[ Deutscher Investmentrust ],
die zum Verbund der Dresdner- / Commerzbank gehören, zu einem Platz an der Sonne.
Kein Wunder, denn der Chefprotagonist der DVAG, Reinfried Pohl, lernte fleißig sein Handwerk beim Altmeister aller Strukturvertriebe
Bernie Cornfeld.
Rechnet man alle selbst ausgewiesenen Finanzberater, Vermögensberater oder auch Finanzoptimierer der deutschen Strukturvertriebsorganisationen zusammen, so kommt man rein rechnerisch „locker“ auf rund
80.000 Strukkies,
die im Außendienst die Häuser und Wohnungen der Menschen in unserer Heimat nach dem letzten Cent für Fondsanlagen durchwühlen.
Nicht nur die US - Finanz- und Wirtschaftskrise, sondern auch ansteigende Klagewellen von enttäuschten Anlegern, die sich von den Strukturvertriebsorganisationen über den Tisch gezogen fühlen, bringen die gut geschmierte Vertriebsmaschine zum stottern.
Schon seit mehreren Jahren fehlen nutzmehrende Produkte und kostengünstige Vertriebssysteme.
Nun rächt sich für Banken, Fondsgesellschaften und Strukturvertriebsorganisationen, dass man nach den größeren Finanz- und Wirtschaftscrash von 1987, 1998, 2000 und 2008 bis heute Nutzmehrendes für die Menschen in unserer Heimat noch immer nicht einführen will.
Denn obwohl ein
gesundes Misstrauen die erste Bürgerpflicht
sein sollte und die DRSB - Artikel als PDF - Dateien im Internet herumkreisen, sowie Ablichtungen von DRSB - Aufsätzen quasi wie warme Semmeln gehandelt werden, gelingt es einigen skrupellosen Strukkies mit miesen Tricks früher Abgecashte noch einmal zum Geldverbrennen zu überreden.
Da so genannte Neukunden [ abzucashende Opfer ] immer schwerer zu finden sind, stürzen sich die meisten Strukturvertriebsorganisationen auf die Alt- oder Bestandskunden.
So etwas ist ein leichtes Spiel, denn man hat alle relevanten Daten, die man benötigt,
wie zum Beispiel
Beruf, Einkommens- und Vermögensstand, Familienverhältnisse
und sehr von Wichtigkeit
Neigungen und Anlageverhalten.
Man weiß also genau, welcher Kunde für ein weiteres Geldverbrennen anfällig sein könnte.
Der jüngste Datenskandal beim AWD in Hannover zeigt, wie enorm kostbar das Archivmaterial für diese Vertriebsform sein kann.
Es ist bedauerlicherweise noch immer so, dass diejenigen Verführer, die die höchsten Gewinne versprechen und parallel dazu plausible Informationen für die Risikobegrenzung liefern, die besten Chancen haben, erneut reiche Beutezüge durch Häuser und Wohnungen zu machen.
Spätestens aber, wenn es Anfang nächsten Jahres wieder zu weiteren
Tsunami - Verlustwellen
an den Börsen kommen wird, die durch die Verfallsdaten der am häufigsten gehandelten Derivate ausgelöst werden, naht schon wieder ein so genannter „schwarzer Freitag“ für alle Aktienkurse und Fondsmodelle.
Als
Hexensabbat
bezeichnen die Aktienhändler und Analysten an der Frankfurter Börse solche Tage, an denen die Kurse heftig zu tanzen beginnen und wenn man gezwungen ist, seine Wetten auf die Zukunft einzulösen.
Höchstwahrscheinlich wird diesmal nicht die Wall Street in New York zum Hauptplatz des Geschehens mutieren, sondern die
Frankfurter Börse.
Mit großer Verblüffung
werden dann die Betroffenen sowie auch der
SPDler Peer Steinbrück feststellen, was man tatsächlich alles unter dem Begriff „Giftpapiere“ zu verstehen hat.
Bis dahin versucht man mit Hilfe von Verbraucherschützern, Fachzeitschriften und vor allem mit den Börseninfos von ARD, ZDF, NTV sowie N24 noch mehr Kleinanleger in brandgefährliche Finanzabenteuer zu locken.
Wer aber kein Spieler ist, sollte sein verfügbares Geld auf Festgeldkonten oder auf Sparbüchern parken.
Genauso machen es nämlich die meisten Fondsmanager, wenn sie nicht wissen, wo größere Gewinne schnell zu reißen sein könnten und die Aktienmärkte mal wieder heftig tanzen.
Vertrauen sie auch ruhig einmal auf unsere Finanzbeamten, denn die haben diese Methoden [ siehe Filmfonds ] herausgefunden und öffentlich gemacht.
Der vermutlich schwer angeschlagene Finanzdienstleister
CIT Group Incorporated
[ ISIN US1255811085/ WKN 663204 ]
teilte am 01. November 2009 mit, dass er einen Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 gestellt hat und löste damit eine Diskussionswelle aus, die nach der Verstaatlichung von Banken, Fondsgesellschaften und Versicherungskonzernen ruft.
Banken, Fondsgesellschaften, Medien
sowie die willfährigen
Strukturvertriebsorganisationen
sind deshalb schon heute gut beraten, wenn sie sich bereits morgen auf aufgeklärte und mündige Bürger einstellen, die kritisch immer häufiger jeden faulen Börsenschwindel hinterfragen werden.
Denn sehr schnell könnte es, wie in jedem echten Casino, für sie heißen:
„rien ne va plus“
[ nichts geht mehr ].
DRSB
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sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
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