In der Geiselhaft der Spekulanten
04. Januar 2011
Es hätte doch alles so schön werden sollen wie im Märchen. Die Konjunktur in unserer Heimat ist im Aufschwung, der Export boomt und die fröhlichen Börsen - Junkies versprühen auch wieder eitlen Sonnenschein. Selbst unsere Arbeitsministerin konnte mit der Verkündung der Pseudo - Vollbeschäftigung im vorigen Jahr zumindest bei den Medien voll punkten [ Real geschätzte 7,3 Millionen Menschen ohne regelmäßige Beschäftigung ]. Quasi wie in einem schönen Märchen schienen 2010 alle Gefahren gebannt zu sein. Wäre da nicht der ständige Ärger mit den
GIPIS - Staaten
[ Griechenland, Irland, Portugal, Italien und Spanien ].
Erweitert um die Niederlande und Frankreich [ Sonderfall GIPIS - NF ] sorgen die wirtschaftspolitischen Wackelkandidaten für Unruhe an der europäischen Finanzfront. Dass man die brutale Realität nicht auf Dauer ausblenden kann, haben selbst die fanatischsten Gesundbeter aus Politik, Wirtschaft und dem Bankwesen in der heutigen Woche erfahren. Da helfen weder Super - High - Pillen noch glücklich machendes weißes Pulver weiter, die Phase der Berufshedonisten ist endgültig vorbei.
Noch vor wenigen Wochen übte man sich in der hohen Kunst des Pathos und hüpfte fröhlich und ausgelassen mit dicken Geldpaketen von einer systemrelevanten Bank zur anderen.
Doch diese systemrelevanten Finanzinstitute nehmen die deutschen Steuerzahler immer öfter in Geiselhaft.
Das finanzielle Griechenland - Massaker hätte selbst den Schweizer Josef Ackermann wachrütteln müssen.
Passiert ist nichts!
Alles nur Schnee von vorgestern? Alles wieder in Butter?
Die Gefahr des raschen Übergreifens der Finanzseuche auf weitere hoch verschuldete EU - Staaten wird uns die Suppe in 2011 nach versalzen. Denn besonders für die deutsche Versicherungswirtschaft wird die Luft extrem dünner. Nach meiner Analyse erreichen die Risiken von instabilen Staatsanleihen bei weitem nicht das Ausmaß unserer Banken, doch mit jedem weiteren Dominostein der fällt [ GIPIS - Staaten plus Sonderfall ], wächst überproportional das Finanzrisiko der deutschen Assekuranz. Denn unter den Vorzeichen von Solvency II weiten sich die Gefahren unüberschaubar aus. Vermeintlich Eigenkapital verschonende Finanzengagements, wie zum Beispiel wertlose Staatsanleihen, könnten blitzartig zum finanziellen SUPERGAU mutieren.
Trotz der sehr deutlichen Warnungen vom DRSB investierten laut der Wirtschaftswoche deutsche Versicherungsgesellschaften rund ein sattes Drittel der Kapitalanlagen in bedenkliche Staatsdarlehen noch im Jahr 2009. In Bayern sagt man dazu:
DÜMMER GEHT’S NIMMER!
In vielen Märchen kommen in brenzligen Situationen immer die guten Zauberer und verhindern Schlimmeres, damit die zerbrechlichen Kinderseelen keinen Schaden nehmen.
Aber gegen die glühenden Beschwörungen der Finanz - Spekulanten sowie deren Apelle an das vermeintliche Allgemeinwohl der EU - Staaten, sind auch die gutmütigsten Zauberer scheinbar machtlos.
Und so werden sicherlich die Seelen
der deutschen Steuerzahler auch im Jahr 2011
in Geiselhaft genommen.
Es sei denn ein guter Zauberer verzaubert über Nacht unsere Politiker in Berlin, so dass sie nach der Verzauberung nur noch Nutzmehrendes für unser Volk beschließen. So enden die guten Märchen nicht nur in der Weihnachtzeit.