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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Heinrich Sternemann Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 10. November 2009

 

 

Mireille Diovine verliert ihren Titel an Angela Merkel

Opelaner

zwischen Wut und Mitleid

 

Die Menschen in unserer Heimat reagieren nicht nur rational, sondern zunehmend in sehr starkem Maße auch emotional.

Die Emotionen aber werden nicht zuletzt durch die Ereignisse bestimmt, denen die Menschen in unserer Heimat jeweils begegnen.

Positive wie auch negative Ereignisse lösen also im Menschen Stimmungen und Emotionen aus.

Durch bestimmte herbeigeführte Ereignisse werden Menschen manipulierbar, im positiven wie im negativen Sinn.

Das Agieren der Mächtigen in Detroit und Washington verdeutlicht, wie sehr wir in unserer Heimat von der geheimnisvollen Macht der Angst beherrscht werden.

Niemand wird an der Beweglichkeit oder dem Leistungswillen der Opelaner zweifeln, die seit Monaten unter dem größten Leidensdruck stehen, den man sich vorstellen kann.

Sie vertrauten auf die Worte ihres obersten europäischen Managers

CARL - PETER FORSTER

genauso wie auf die oft beschworene

DEUTSCH / AMERIKANISCHE FREUNDSCHAFT.

Doch darf oder sollte man einem Ex - Berater von McKinsey trauen?

Versucht man nicht schon seit Jahren

mit medialen Feuerwerken die Freundschaft zu den USA zu glorifizieren?

Ist es nicht unsere Aufgabe, einander näherzukommen?

Soll es nicht die Hauptaufgabe

der Netzerker der Atlantik - Brücke sein, stabile Brücken zu schlagen,

die in Krisenzeiten auch haltbar sind?

Das Ziel des DRSB e.V. ist es immer, einander zu erkennen, damit einer im anderen das sehen und ehren kann, was tatsächlich ehrenwert ist.

Völkerverständigung beruht auch darauf, dass jeder des anderen Gegenstück und Ergänzung sein sollte und das im wechselseitigen Respekt voreinander.

Möglicherweise kennt man in Detroit und Washington solche humanen Spielregeln, beachtet sie aber nicht.

Jeder verantwortliche Manager aus der Automobilindustrie ist darüber informiert, dass Produktionsumstellungen oder Produktionsreduzierungen in der Regel bis zu 18 Monate Vorlauf bedürfen.

Wenn man den Menschen in unserer Heimat und besonders den Opelanern nun „verkaufen“ möchte, dass die extrem lange Verhandlungszeit ausschließlich dem Verkauf der Adam Opel GmbH dienen sollte, so begeben sich die Mächtigen in Detroit und Washington ins Märchenland von Baron von Münchhausen.

Der gründlich missglückte Verkauf der Adam Opel GmbH ist nicht nur für unsere Bundeskanzlerin einer ihrer schwersten Niederlagen, sondern auch für alle Bemühungen, die

DEUTSCH / AMERIKANISCHE FREUNDSCHAFT

zu verfestigen.

Noch nie wurde eine bedeutende politische deutsche Persönlichkeit in geradezu demütigender und herablassender Weise von den Mächtigen in Washington so behandelt.

Die Entscheidung von General Motors zum Verkauf der Adam Opel GmbH ist eine Blamage für die Berliner Politiker und zeigt ihnen gleichzeitig in deutlicher Form ihren tatsächlichen Stellenwert auf der internationalen poltischen Bühne.

Selbst die schon verzweifelten Reparaturversuche von Angela Merkel wirken jetzt eher naiv, uninformiert und um die politische Ehre betrogen.

Mit Mitleidsgefühlen erinnern sich die Menschen heute daran, dass circa zwei Wochen vor der Bundestagswahl in den deutschen Medien die Klarheit, Geduld und Zielstrebigkeit für den vermeintlichen Vermittlungserfolg der Bundeskanzlerin in den höchsten Tönen gepriesen wurde.

Da fällt sofort wieder der zynische Börsenspruch auf:

Pragmatismus ist immer beste der Bruder des Kapitalismus“.

Rein sachlich betrachtet, ist die amerikanische Regierung der Mehrheitseigner von GM, denn man musste bis heute mehr als 50 Milliarden US - Dollar Steuergeld in den völlig maroden Autobauer pumpen.

Barack Obama

ist also quasi der Chef des ehemals größten Autokonzerns der Welt.

Da müssen die Forderungen der IG Metall wie ein Treppenwitz der Geschichte klingen.

Zitat / Auszüge des IG-Metall - Vizechef

Detlef Wetzel

aus der WAZ Mediengruppe:

Staatliche Hilfen müssen an den Erhalt der Standorte,

den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und eine klare Perspektive für die Werke gekoppelt werden

Zitat Ende.

In welcher Welt lebt IG - Metall - Vizechef

Detlef Wetzel

eigentlich?

Sollen nach der jahrzehntelangen Ausbeutung der Adam Opel AG sowie nach dem großzügigen Spaß - Sponsering von Chrysler durch die Daimler AG [ Mercedes ] noch weitere Milliarden Euros aus unserer Heimat in den USA verbrannt werden?

Wozu?

Welchen Nutzen haben die Menschen in unserem Land davon?

Angela Merkel hat sich doch im Fall der Adam Opel GmbH bereits für eine Form der staatlichen Intervention entschieden.

Und jetzt wird sie dafür bis auf die Knochen von unseren amerikanischen Freunden blamiert.

Kritisch durchleuchtet galten die vorschnell gewährten Kredite und Bürgschaften über vier Milliarden Euro als ordnungspolitischer Sündenfall.

Wie oft noch sollen sich

deutsche Bürger und Politiker

quasi wie die Lämmer zur Schlachtbank führen lassen?

Reicht es nicht schon völlig aus, dass unsere Bundeskanzlerin von der bedauernswerten französische Opernsängerin

Mireille Diovine

den fragwürdigen Titel

Königin der Verarschten

[ „reine de cons“ ]

Übernehmen musste?

Selbst wenn GM ein nutzmehrenden Konzept für Adam Opel GmbH präsentieren sollte, muss bezweifelt werden, dass dieses Papier für einen längeren Zeitraum Gültigkeit haben könnte und tatsächlich deutsche Arbeitsplätze retten soll.

Bis heute wurden doch die Opelaner genauso wie die involvierten Politiker

Merkel, Beck, Koch und Rüttgers

lediglich mit vagen Scheinzusagen oder inhaltlosen Absichtserklärungen abgespeist.

In einem solch dubiosen Szenario

nach staatlichen Hilfen zu rufen, ist an Unverantwortlichkeit nicht mehr steigerungsfähig.

Denn ohne die großzügigen staatlichen Hilfen aus Berlin wären doch bereits an allen 8 westeuropäischen Produktionsstandorten die Lichter ausgegangen. Und auch die Produktionsstandorte in Polen und Russland hätten ohne deutsche Unterstützung kaum eine Überlebensfähigkeit.

Möglicherweise hätte eine geordnete Insolvenz vor 11 Monaten den ost- und westeuropäischen Opelanern zu einer starken überlebensfähigen

Adam Opel AG

verholfen.

Wie der DRSB e.V. damals berichtete, wäre ein deutscher Insolvenzverwalter dazu gezwungen gewesen, alle verfügbaren Vermögenswerte zu sichern oder zurückzufordern.

Diese Chance wurde wahrscheinlich leichtfertig vom ehemaligen Wirtschaftsminister verspielt.

Mit unbefristeten Streiks, betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen in Europa zu verhindern, wird ein untauglicher Versuch am untauglichen Objekt bleiben und ist lediglich ein gutes Ventil, den totalen Frust der Opelaner entweichen zu lassen.

Der Opel - Aufsichtsrat und IG - Metall - Bezirksleiter

Armin Schild,

hätte besser vor 18 Monaten Druck machen sollen, als jetzt ohnmächtig auf Proteste zu setzen.

Ohnehin ist die Wut über den geplatzten Magna - Deal bereits in wenigen Tagen verraucht, wenn GM demnächst noch lauter nach deutschem Steuermilliarden rufen wird.

Es ist an der Zeit, den Mächtigen in Detroit und Washington einmal zu zeigen, dass sie Deutschland und Europa nicht immer wieder in irgendeiner Form erpressen können.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung,

Klaus Zimmermann,

wandte sich gegen jegliche weitere Staatshilfen.

Zitat Auszüge:

„Die Autobranche leidet weltweit unter Überkapazitäten.

Es ergibt keinen Sinn, diesen Markt mit Gewalt zu subventionieren.

Da werden nur Steuermilliarden verbrannt.“

Zitat Ende.

Alleine nur diese Stellungnahme des erfahrenen Wirtschaftsfachmanns beleuchtet das risikobehaftete Umfeld der Autobauer und lässt alle Subventionsgläubigen zu

Königen der Verarschten

mutieren.

In Bezug auf die Adam Opel GmbH liegt Klaus Zimmerman jedoch ein wenig neben dem Ziel, denn mit der neuen Fahrzeugpalette, den Innovationen sowie mit der erfahrenen und  leistungsstarken Belegschaft hat das ost- und westdeutsche Projekt einer neuen starken und überlebensfähigen

Adam Opel AG

jede Chance und Unterstützung mit einem anderen Besitzer und Management verdient.

Den Titel von der Französin Mireille Diovine sollte man deshalb schon recht bald nach Detroit oder Washington weiterreichen können.

 

             

 

DRSB

 

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Stand: 10.11.09

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