DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
DRSB e.V. • Ikenstraße 8 • 40625 Düsseldorf
Herrn
Prof. Dr. Peter Bofinger
Universität Würzburg
Lehrstuhl VWL 1
Sanderring 2
D - 97070 Würzburg
Düsseldorf, den 15. Februar 2010
Erstes offenes Schreiben an
Herrn Professor Dr. Peter Bofinger
Universität Würzburg / Lehrstuhl VWL 1
Alle Deutschen sollen Gehalt offenlegen!
Hier: Ihr Interview in Bild.de vom 22. Januar 2010
Sehr geehrter Herr Prof. Bofinger,
die Menschen in unserer Heimat sind im Regelfall friedliebende Bürger, die ihr Leben in Ruhe, Gesundheit und Wohlstand genießen möchten.
Von den aktuellen und zukünftigen Rentenbeziehern sind geschätzte 15% tägliche Leser von Bild.
Darüberhinaus nutzen circa 87% der Bildleser weitere Informationsquellen zur Vervollständigung ihres Meinungsbildes.
Die Mehrzahl der Leser von Bild.de kann zwischenzeitlich sehr genau abschätzen, wie hoch der Wahrheitsgehalt der Bild - Artikel zu sein scheint.
Der Bild.de - Artikel vom 22. Januar 2010 mit der Überschrift [ Headline ]
Alle Deutschen sollen Gehalt offenlegen!
weckte offensichtlich bei den meisten Lesern den Wunsch nach weiterführender Information, die vermutlich zu Verärgerungen geführt hat.
Besonders die in Ihrem Interview geäußerte Meinung, dass die deutschen Finanzämter zukünftig die Einkommen aller Bundesbürger im Internet veröffentlichen sollen,
Zitat Auszug:
Jeder könnte sehen, wer wie
viel zur Finanzierung des Staates beiträgt.
Zitat Ende,
stieß auf herbe Kritik.
Sind Sie von Bild.de richtig zitiert worden?
Wenn ja, wie muss man
Ihre Aussage „absolut diskutabel“ bewerten?
Als Hochschullehrer für die Volkswirtschaftslehre dürfte auch Ihnen geläufig sein,
wenn zahlenmäßig nicht unerhebliche Teile des Volkes in einer die öffentliche Ruhe und Ordnung störenden Weise in Bewegung geraten und Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen verüben, sind so bezeichnete innere Unruhen gegeben.
Dieser Begriff ist eng mit dem Tatbestand des Landfriedensbruch gemäß § 125 StGB verwandt.
Seit den untauglichen sowie unglücklichen regelmäßigen Ausflügen in die private Versicherungswirtschaft von Ihrem Kollegen Prof. Dr. Dr. h.c.
Hans - Adalbert Rürup
sind Erkenntnisse aus dem Elfenbeinturm der Wissenschaften nicht mehr gänzlich unumstritten.
Zunehmend mehr Menschen, besonders auch aus dem Kreis der aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher, streben nach einer höchstmöglichen Transparenz der Tätigkeiten von deutschen Professoren an deutschen Universitäten, um deren Unabhängigkeit abwägen zu können.
Hiervon hängt für die meisten der Fortbestand unserer Demokratie, nicht als inhaltslose Hülse, sondern als eine lebendige und verlässliche Form der politischen Willensbildung ab.
Seit Ihrem Interview in Bild.de erreichen den DRSB e.V. täglich Anfragen von politisch interessierten Bürgern, die genau hinschauen, was in Ihrer Universität vor sich geht.
Die meisten Fragen beziehen sich auf Ihre getätigten Aussagen:
1.
Steht Ihre Erkenntnis, das Steuergeheimnis in Frage stellen zu wollen,
direkt oder indirekt mit den invaliden privaten Rentenmodellen
„Riester“ und „Rürup“ im Zusammenhang?
Wenn ja, in welchem?
2.
Das Steuergeheimnis nach § 30 der Abgabenordnung baut für Zwecke der Steuererhebung auf die Vertrauenszusage des Staates gegenüber seinen Bürgern,
im Gegenzug zur vollständigen Offenlegung der Privatsphäre und der persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse Schutz vor dem unberechtigten Zugriff fremder Dritter zu gewährleisten.
Wie schätzen Sie als erfahrener Wissenschaftler
bei einem unbefugten Zugriff auf diese Daten eine Gefährdung der Betroffenen ein?
3.
Nach der Meinung von Sicherheitsexperten könnten sich
Delikte, wie zum Beispiel Entführung, Erpressung, Einbruch und Überfall ausweiten.
Wie beurteilen Sie ein mögliches Anwachsen von kriminellen Szenarien?
4.
Wie hoch schätzen Sie das Risiko des Auftretens
von sozialen Unruhen ein, wenn aufgrund staatlicher Auflagen die Privatsphäre der Menschen in unserer Heimat im Internet offenzulegen sein wird?
5.
Können Sie ausschließen, dass es durch Ihre Anregung zur Aufhebung des Steuergeheimnisses zu einer Destabilisierung der Wirtschafts- und Sozialordnung in unserer Heimat kommen kann?
Wenn ja, wodurch?
Für Ihre schriftliche Rückantwort haben wir uns den
08. März 2010
vorgemerkt, denn die volksschädliche Interessenverflechtung zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft wird das Brennpunkthema der kommenden Monate in der öffentlichen Debatte werden.
Auch der Mainstream der Medien, einmal abgesehen von einigen Ausnahmen, wird das Brennpunktthema aufgreifen müssen, denn es erhält durch das ständig zunehmende Interesse eine immer größere Breitenwirkung, wenn zum Beispiel die Menschen in unserer Heimat gezielt den Indizien für mögliche Fehlentwicklungen in den deutschen Universitäten nachgehen.
Wir freuen uns deshalb auf Ihre sehr geschätzte aufklärende Mitwirkung und erwarten zeitnah Ihre schriftliche Rückantwort.
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Mit freundlichen und besten Grüßen aus Düsseldorf |
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Ihr |
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Udo Piasetzky |
Hans - Josef Leiting |
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Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V. |
Vorstandsmitglied des DRSB e.V. |