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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky · Heinrich Sternemann · Hans - Josef Leiting  

Düsseldorf, den 01. Januar 2010

 

Prognose 2010

Die verlorenen Realisten

 

Was demnächst den gutgläubigen Menschen in unserer Heimat als deutsche oder europäische Wirtschaftsleistung verkauft werden soll, ist im Grunde lediglich eine staatlich finanzierte ungesunde Aufblähung aus nachlaufender Entwicklung der Abwrackprämie, großzügigen Bankenhilfen sowie weiteren deflationären Preiseinbrüchen.

Entgegen der Auffassung vieler Protagonisten in der neuen Bundesregierung fürchten die Realisten in der Europäischen Union, dass die deutsche Wirtschaft auch in diesem Jahr schrumpfen könnte.

Ein Minus von durchschnittlich mehr als 5,4% im vorigen Jahr muss erst einmal kompensiert werden, bevor die Experten wieder von Aufschwung reden dürften.

Für 2010 rechnen die EU - Kommissare damit, dass das Bruttoinlandsprodukt in unserer Heimat erneut um 0,2 bis 0,3 Prozent sinken könnte.

So verrückt es auch klingen mag:

Deutschland wird dadurch zur Wirtschaftslokomotive

für die 27 Mitgliedsländer der Europäischen Union.

Die US - Finanz- und Wirtschaftskrise wird nach Einschätzung des DRSB e.V. länger dauern und schlimmer ausfallen als bisher erwartet.

Eine Erholung wird 2010 nur allmählich eintreten.

Wer mit offenen Augen realistisch in die Zukunft blicken möchte, der erblickt zwischen der West- und Ostküste der USA keine blühenden Landschaften, sondern nur noch Warnsignale.

Es wird voraussichtlich viele wirtschaftlich „harte“ Jahre brauchen, bis die schweren Milliardenlasten der unsäglich neoliberalen

Pump - Ära

in den USA abgetragen werden können.

Die ständigen Jubelmeldungen der Wall - Street - Jünger sollten uns nicht darüber hinwegtäuschen, denn erfahrungsgemäß bedeuten Deflation und eine schwächelnde Wirtschaft in völlig perverser Weise meistens starken Börsen.

Man könnte sogar von einer zuverlässigen Regel sprechen, wenn die nervösen Aktienmärkte in Rezessionsjahren überproportional steigen.

Nicht nur die

Wall - Street - Jünger

spekulieren immer auf die Zukunft. Und bekanntlich ist es keine allzu große Kunst in einer Rezessionsphase auf deutliche Besserungen in der Zukunft zu wetten. So etwas lenkt von den tatsächlichen Problemen in der Gegenwart ab und lässt sich politisch irrsinnig gut verkaufen.

Genau aber das wird in diesem Jahr der wunde Punkt der schwarz / gelben Regierung werden, denn aus der mittelschweren Konjunkturkrise 2009 entwickelt sich eine schwere staatliche Schuldenkrise in diesem Jahr.

Man kann den oftmals grantelnden CDUler mögen oder nicht, aber in einem Punkt hat der Bundesfinanzminister recht,

„Spielraum“ für Steuersenkungen

werden die fiskalischen Einnahmen weder 2010 noch 2011 bieten können. Insofern ist der Koalitionsvertrag Makulatur und könnte womöglich die schwarz / gelben Protagonisten zu sozialen Hochstaplern abstempeln.

Denn das freizügige Verteilen von Wahlgeschenken und Rettungsringen für Banken sowie Industrieunternehmen sollte besser dem konsequenten Abbau der rasant gewachsenen Staatsschulden weichen.

Das Ende der Kurzarbeit - Phasen im zweiten Quartal schlägt sich am Arbeitsmarkt aller Voraussicht nach in einer kräftig steigenden Arbeitslosenquote nieder.

Einer solchen Entwicklung könnte eine nutzmehrende Stärkung des Mittelstandes entgegenwirken.

Zu viele Pflicht - Mitteilungen arten sonst in eine reine Vernichtungsschlacht aus.

Statt auf die Selbständigen, Freiberufler und Kleinunternehmer einzuschlagen, muss durch den Abbau der vorsätzlichen Behinderungen ein Arbeitsboom ausgelöst werden.

Geschieht dies nicht bereits im ersten Quartal, so wird sich unaufhaltsam die Zahl der Arbeitslosen auf mehr als vier Millionen zubewegen.

Im Kampf gegen die anhaltenden Auswirkungen der US - Finanz- und Wirtschaftskrise mussten die meisten EU - Länder ihre Neuverschuldung auf 3% Prozent oder mehr des Bruttoinlandsprodukts erhöhen.

Gemäß den EU - Vorschriften führt dies zur sofortigen Einleitung von sogenannten Defizitverfahren.

Erwartungsgemäß wird in unserer Heimat die Defizitquote in diesem Jahr bei mindestens 3,0 Prozent liegen.

Da vermutlich auch Österreich, Italien, Portugal, England und viele andere diese selbstgesteckte Hürde reißen dürften, werden die EU - Kommissare gut beraten sein, Defizitverfahren auszusetzen.

Ansonsten entlarvt man sie recht schnell als willfährige Marionetten auf sklavischen Abwegen.

Preise werden am Markt gemacht und in einer Deflationsphase können sie ins Bodenlose fallen und damit eine fehlende Nachfrage auslösen.

Eine Stabilisierung der Binnen - Konjunktur müsste deshalb im Fokus der allgemeinen wirtschaftlichen Bemühungen von Minister Brüderle stehen, damit ab dem dritten Quartal  ein spürbares Wachstum zum Jahresende 2010 entstehen kann.

Die US - Finanz- und Wirtschaftskrise hat uns in unserer Heimat sehr deutlich vor Augen geführt, dass es beim Anlegerschutz gewaltig große Lücken gibt. Der graue Kapitalmarkt wächst auch in diesem Jahr ohne Regeln und ohne jegliche Kontrolle.

Die schwarz / gelbe Regierung

hat hier noch Mammutaufgaben zu bewältigen.

Der zu erwartende weitere Zusammenbruch von amerikanischen Banken, dubiosen Fondskonstrukten und privaten Finanzierern wird es den Banken und Versicherern in unserer Heimat nicht leicht machen, eine prosperierende Marktteilnahme aufrecht zu erhalten.

Zurück zu den Wurzeln und zum Kerngeschäft wird die Zauberformel in diesen Branchen heißen müssen, denn anziehende Gewinne beruhen nicht auf besseren Geschäften, sondern bekanntlich auf dem sparsamen Umgang mit dem Geld.

Redlichkeit, Erfahrung, Bescheidenheit und Disziplin sollten in die Topetagen der Manager einziehen, sonst droht ein allgemeines Fortschreiten des Ungemachs in der Bevölkerung.

Negative Überraschungen könnten lediglich durch ein erneutes Versagen der Manager in der Automobilindustrie ausgelöst werden, wenn Produktionsstätten geschlossen werden oder Arbeitsplätze unnötigerweise ins Ausland abwandern.

Die nachhaltige Vernichtung sicher geglaubte Arbeitsplätze in der Metallindustrie wären die direkten Folgen des Versagens der Autobosse.

Die größte Gefahr droht aber, wenn Notenbanken und Regierungen die Nachwirkungen der US - Finanz- und Wirtschaftskrise unterschätzen und zu früh zur Tagesordnung zurückkehren wollen [ das so genannte Investmentbank - Syndrom ].

Eine Börsenumsatzsteuer sowie eine Tobin - Steuer könnten hier hilfreich unkontrollierte Kapitalströme verlangsamen.

Unsere Heimat sowie der Rest von Europa, mit der Ausnahme einiger osteuropäischer Staaten, bleiben von größeren Abstürzen verschont, doch die herbeigesehnte schnelle Erholung der Wirtschaft oder gar der Börse wird sich über quälend lange Jahre hinziehen.

Wenn das Gleichgewicht zwischen Bürgern, Politik und Wirtschaft gewahrt bleibt ist die

Chance zur Erholung

in greifbarer Nähe.

 

 

 

DRSB

 

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Stand: 01.01.2010

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