DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
DRSB e.V. • Ikenstraße 8 • 40625 Düsseldorf
Herrn
Béla Anda
Pressesprecher / Öffentlichkeitsarbeit
AWD Holding AG
AWD - Platz 1
D - 30659 Hannover
Düsseldorf, den 18 . Mai 2009
Erstes offenes Schreiben an
Herrn Béla Anda
Pressesprecher / Öffentlichkeitsarbeit der AWD Holding AG
Letzte Chance? - Letzte Hoffnung?
Hier: Fragwürdiger Einsatz von Maklervollmachten
Sehr geehrter Herr Anda,
seit mehreren Monaten verlassen Woche für Woche frustrierte und enttäuschte Außendienstler den AWD, angeblich noch immer Europas größter unabhängiger Finanzdienstleister.
Komplette Außendienststrukturen suchen neue potente Geldgeber und leistungsfähige Produktpartner. Im Vierteljahresrhythmus kommt es zu Neugründungen von Strukturvertrieben, die auf der Basis von ehemaligen AWDlern aufbauen und ihre Chance zum Überleben suchen.
Bedingt durch die außerordentlichen Abgänge startete bereits im Mai 2008 der ausgeschiedene AWD - Chef Carsten Maschmeyer eine gigantische Anwerbaktion, die zunächst von den Medien positiv begleitet wurde.
Womöglich Europas größter und vorgeblich unabhängiger Finanzdienstleister warb mit attraktiven Einkommens- und Karrierechancen gezielt Neueinsteiger und Branchenprofis mit Erfahrung an.
Die zweistufige AWD - Rekrutierungskampagne soll, glaubt man Ihren Aussagen, ein großartiger Erfolg gewesen sein.
Gemäß Ihren Darstellungen überzeugten die AWD - Führungskräfte Neueinsteiger durch die eigenen positiven Erfahrungen mit den AWD - Karrierechancen.
Mit unserem Schreiben vom 14. Februar 2009, das an Ihren Kollegen Herrn Stefan Suska gerichtet war, baten wir um Aufklärung, inwieweit die Marktinformationen zutreffen, dass Vertriebsmitarbeiter und Führungskräfte des AWD über ihre Ehepartner respektive Lebensgefährten bei Banken um Kredite nachsuchen, weil die Geldflussfaktoren und der Cash - Flow von Provisionen in Ihrem Hause ins Stocken geraten sind.
Bedauerlicherweise konnte unser Schreiben von Ihnen bis heute nicht beantwortet werden.
In den AWD - internen Ausbildung wird angeblich der Eindruck vermittelt, dass selbst Neueinsteiger in kürzester Zeit 1500 bis 3000 so genannte [ Verkaufs- ] Einheiten als Durchschnitt erreichen könnten.
Monatliche Einkommen von 5.000,00 Euro bis 10.000,00 Euro sollen Ihren Außendienstlern ein angenehmes und sorgenfreies Leben ermöglichen.
Schenkt man aber ausgeschiedenen AWD - Mitarbeitern Glauben, so sitzen viele von ihnen noch heute auf riesigen Schuldenbergen, die sie während der Tätigkeit für Ihr Unternehmen ansammeln mussten.
Denn oftmals wurden nach der Unterzeichnung des Handelsvertretervertrages Arbeitsmaterialien, Bürokostenbeteiligungen, Telefonkosten, sowie Lehrgangs- und Prüfungsgebühren den Neueinsteigern in Rechnung gestellt.
Daraus resultiert - als logische Konsequenz - in vielen Fällen eine sofortige Verschuldung der NeuAWDler, die vermutlich von Ihren Führungskräften wissentlich in Kauf genommen wird.
So etwas ist zunächst völlig unverständlich, denn nach Ihren verschrifteten Aussagen erhalten alle AWDler eine zeitlich unbegrenzte effektive Vertriebsunterstützung, sollen effektiv mehr Geld durch das AWD Vergütungssystem bekommen und mehr Auswahl und bessere Produkte von rund 300 Produktpartnern im täglichen Vertrieb einsetzen dürfen.
Abgesehen einmal von den vermeintlich außerordentlich guten Aufstiegschancen sowie von den vorgeblich hervorragenden Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb Ihres Unternehmens, scheint die raue Wirklichkeit ein anderes Bild zu zeichnen.
Nach vorliegenden Informationen soll jeder AWD - Neueinsteiger eine Kontaktliste mit rund 100 Namen erstellen. Ist es ihnen nicht möglich, diese Liste zu erstellen, so werden wahrscheinlich die vermeintlich guten Aufstiegschancen bereits hier einzuschränken sein.
Denn diese Kontaktlisten [ LiLeudik - Liste Leute die ich kenne ] dient als „Vertriebsfutter“ für die Führungskräfte und ermöglicht erst dadurch die stufenweise Honorierung der gesamten Strukturvertriebsorganisation.
Der stetige „Nachschub“ gutgläubiger Neueinsteiger sichert die durchlässige Bezahlung und hält jeden Strukturvertrieb mit neuem „Vertriebsfutter“ am Leben.
Brechen aber komplette Vertriebseinheiten weg und blockiert gleichzeitig die Anwerbung von Neueinsteigern, wird der [ Geld- ] Kreislauf von jedem noch so guten Strukturvertrieb zusammenbrechen.
Ein solches Szenario spielt sich vermutlich zurzeit in Ihrer Gesellschaft ab, denn wie der
VERSICHERUNGSTIP von MARKT INTERN
[ Chefredakteur Erwin Hausen ],
glaubhaft in seiner Ausgabe 20 / 09 darstellen konnte, legen einige Führungskräfte, in der vermutlich neuen Form einer direkten Akquisewelle, ahnungslosen Bürgern eine so genannte Maklervollmacht vor.
Nun kann man vortrefflich darüber streiten, welchen Status Ihre Gesellschaft tatsächlich für sich in Anspruch nehmen könnte, doch einen Maklerstatus wird der AWD nach der Übernahme durch die Swiss Life schwerlich vorzuweisen haben.
Droht Ihrer Gesellschaft der Verlust jeglicher Glaubwürdigkeit?
Wie gravierend müssen die Umsatzeinbrüche sein, wenn jetzt schon Führungskräfte zu solch dubiosen Mitteln greifen?
Treffen die Informationen zu, dass die meisten AWDler „völlig Trockenlaufen“?
Ein Beratungsgespräch auf der Basis einer echten Maklervollmacht oder eines Maklerauftrages verlangt eine vollkommene Unabhängigkeit, damit ein möglicher Kunde zu seinem wirtschaftlichen Vorteil beraten werden kann.
Als so genannter „Mehrfachagent“ würde Ihre Gesellschaft unter „falscher Flagge“ segeln und der gesamten Branche einen gigantischen Schaden zufügen sowie alle ehrlichen Versicherungsvermittler [ Einfirmenvertreter / Makler ] auf Dauer diskriminieren.
Handelt es sich bei Ihren Werbe - Aktionen bereits um die letzte Chance oder gar die letzte Hoffnung?
Für alle aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher ist es deshalb von wachsendem Interesse, inwieweit Ihre Gesellschaft tatsächlich in der Lage sein sollte, die Aufgaben und die gebotene sachliche Neutralität eines echten Versicherungsmaklers zu gewährleisten und eine nutzmehrende Beratung für die Bevölkerung noch sicher stellen kann.
Wir bitten Sie deshalb, die gestellten Fragen zeitnah und umfassend zu beantworten.
Für Ihre schriftliche Antwort haben wir uns den
25. Mai 2009
vorgemerkt, denn das Thema Falschberatung wird in den öffentlichen Debatten - noch vor der Bundestagswahl - einen gesteigerten Stellenwert einnehmen.
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Mit freundlichen und besten Grüßen aus Düsseldorf |
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Ihr |
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Udo Piasetzky |
Hans - Josef Leiting |
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Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V. |
Steuerberater und Vorsitzender der Rentenkommission des DRSB e.V. |