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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

DRSB e.V. • Ikenstraße 8 • 40625 Düsseldorf

Herrn

Kai Diekmann

Herausgeber

BILD und Bild am Sonntag

Axel Springer AG

Axel - Springer - Platz 1

D - 20350 Hamburg

 

Düsseldorf, den 18. Juni 2009

 

Viertes offenes Schreiben an

Herrn Kai Diekmann

Herausgeber Bild und Bild am Sonntag

 

DRSB - Schreiben vom 07. Mai 2009

- in Sachen Professor Dr. Dr. hc Hans - Adalbert Rürup -

Hier: Ihr Antwortschreiben vom 12. Mai 2009 - Posteingang 16. Mai 2009

 

Sehr geehrter Herr Diekmann,

 

vielen Dank für Ihr im Betreff genanntes Schreiben. Niemand in Deutschland, auch der DRSB e.V., unterstellt Ihnen, die deutschen Rentensysteme erfunden zu haben oder gar an den rürupschen Modernisierungsversuchen beteiligt gewesen zu sein. Erstgenanntes scheitert an Ihrem „jugendlichen“ Lebensalter und das Zweitgenannte womöglich am fehlenden Fachwissen.

Trotzdem haben Sie erneut die glänzende Gelegenheit, Hans - Adalbert Rürup zum Verlierer des Tages, ja zum Verlierer der zurückliegenden Jahre sowie der Zukunft auszurufen. 

Denn vermutlich um den Makel der Unvererblichkeit zu verschleiern, bieten einige Versicherer Rürup - Rentenmodelle mit einer so genannten Beitragsrückgewähr im Todesfall an.

 

Ergänzend zur gesetzlichen Regelung im § 10 des Einkommensteuergesetzes wird in den Textziffern 14 ff. des insgesamt 62 Seiten umfassenden BMF - Schreibens vom 30. Januar 2008 [ IV C 8 - S 222/07/0003 / IV C5 - S 2345/08/0001] ausgeführt, wie Teile der Versicherungsprämien zur Absicherung von Berufsunfähigkeit, verminderter Erwerbsfähigkeit und Hinterbliebenen eingesetzt werden dürfen.

Mit dem Erlass des Bayerischen Landesamtes für Steuern vom 27. Februar 2009

[ S 2221.1.1-12/2 St32/St33 ] zog der Fiskus wegen der zu erwartenden Steuerausfälle nach 5 Jahren die Notbremse.

Mit Schreiben vom 09. Februar 2009 wurde der Gesamtverband der Versicherungen

[ GDV ] zu Fragen der Beitragsrückgewähr im Todesfall bei der so genannten Rüruprente durch das Bundesministerium der Finanzen angeschrieben und um aufklärende Hilfestellung gebeten, damit negative Weiterungen von ehrlichen Steuerbürgern noch abzuwenden sind.

So reizvoll wie für deutsche Bürger ein steuerlicher Sonderausgabenabzug von 20.000,00 Euro auch gewesen sein mag, im Todesfall geht das Eigentum an einer unverblichen Rüruprente auf die Versicherungskonzerne über.

Höchstwahrscheinlich aufgrund des vorsichtigen und besonnenen Abwägens vieler Bürger aus den wirtschaftlichen Faktoren

„Steuerersparnis“ und „Unvererblichkeit“

stellte sich - trotz massivster Werbung - für die Rüruprente der erhoffte Erfolg bis heute nicht ein. Eine nutzmehrende und zukunftsfeste Altersvorsorge sieht anders aus. Obwohl Sie die Zukunft der Rentensysteme für eines der wichtigsten gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Themen der nächsten Jahre und Jahrzehnte halten, konnten wir keine aufklärende oder schutzbringende Berichterstattung in Ihrer Tageszeitung feststellen.

Ihre Berichterstattungsversuche zum Schwerpunktthema der invaliden deutschen Rentensysteme beschränken sich auf Allgemeinplätze und lassen jegliche Kritik außen vor. Dafür dominiert die von der Bildzeitung gebräuchliche Pseudokritik fast schon durchlässig alle Bildartikel zum Thema Rente. Nun fällt es kaum jemanden schwer, Ihre tägliche Wahrheitsakrobatik zu entlarven. Nur wenige Bürger werten deshalb Ihre Berichterstattungen als arglistige Täuschungen. Unternehmer, Manager, Politiker und Kollegen von anderen Printmedien benutzen Ihre Tageszeitung lediglich als weitere Informationsquelle.      

Vertraut man den allgemeinen Umfrageergebnissen, so wird Ihre Tageszeitung hauptsächlich wegen des Sportteils gekauft, ohne dass der Anspruch erhoben wird, auch nur ein einziges Wort in Ihren Artikeln glauben zu wollen. Ihr häufig verbreiteter Werbespruch

„Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht“

wird vielfach - nicht nur von Komikern - als Lachanreiz eingesetzt.

Trotz der täglich knapp 11 Millionen Leser dürfte Ihrer Tageszeitung das Prädikat

„Volkes Stimme“

auch in Zukunft versagt bleiben. Dass Sie und Ihre Redakteure auf die Unwissenheit und Gutgläubigkeit der Leser bauen, ist kein Geheimnis.

Im Grunde genommen ist Ihre Werbebotschaft

„Bild dir Deine Meinung“

lediglich eine selbst erfüllende Prophezeiung, die objektiv betrachtet besser in

„Bild denkt für alle“

umbenannt werden sollte.

Dass Ihre Tageszeitung mit dem aktuellen Format eine doppelt so hohe Auflage erreicht wie die Süddeutsche, FAZ, taz, RP und Welt zusammengenommen, erscheint nur vermeintlich als Zustimmung für Ihre Art des Journalismus, denn zunehmend immer mehr Leser belächeln mitleidig die intellektuelle Genügsamkeit.

Doch gerade diese groteske intellektuelle Genügsamkeit kann, wenn es demnächst völlig schief läuft, den ganzen Springer - Konzern blitzartig ins Wanken bringen.

Dann nämlich, wenn morgens aktuelle und zukünftige Rentenbezieher vor der Frage stehen:

„Brötchen oder Bildzeitung“?

Siegt der Hunger und schreibt der Geldbeutel Sparen vor, kann die wirtschaftliche Lage für Ihr Haus noch wesentlich prekärer werden. 11 Millionen Leser dürften dann schwerlich zu halten sein.

Selbst Roman Herzog warnte schon vor Jahren eindringlich vor der so genannten

„Rentner - Demokratie“

und davor, dass die älteren Bürger als künftige Mehrheitsfraktion eine Bedrohung der Reichen und Mächtigen darstellen.

Wenn also die Angehörigen der so genannten „Rentner - Demokratie“ feststellen, dass sie insbesondere durch Ihre Berichterstattung über die deutschen Rentensysteme möglicherweise vorsätzlich getäuscht wurden, bricht ein Chaos von einer noch nicht gekannten Dimension aus. Wenn die Sonne der Weltwirtschaft vollkommen untergeht, werfen selbst Zwerge extrem lange Schatten.

Dies gilt es zu verhindern.

Mehrfach haben wir Ihnen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit angeboten. Bis heute haben Sie von diesem nutzbringenden Angebot keinen Gebrauch gemacht.

Im Sinne aller aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher sollten Sie dieses faire Angebot zeitnah überdenken.

Die stetig anwachsende Brisanz in der Bevölkerung erfordert von Ihnen eine sehr zeitnahe schriftliche Stellungnahme bis zum 24. Juni 2009. Bitte vergessen Sie nicht schon wieder, uns die Freigabe für die Veröffentlichung Ihrer Schreiben zu erteilen.

Herzlichen Dank im Namen aller aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher für Ihre Bemühungen.

 

Mit freundlichen und besten Grüßen aus Düsseldorf

Ihr

Ihr

Udo Piasetzky

Hans - Josef Leiting

Vorstandsvorsitzender DRSB e.V.

Steuerberater und Vorsitzender der
DRSB - Rentenkommission

 

 

 

 

 

 

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