DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
DRSB e.V. • Ikenstraße 8 • 40625 Düsseldorf
Frau
Beate Weiser
Vorstand
Verbraucherzentrale Baden - Württemberg e.V.
Paulinenstraße 47
D - 70718 Stuttgart
Düsseldorf, den 18. Juli 2009
Erstes offenes Schreiben an
Frau Beate Weiser
Vorstand der Verbraucherzentrale Baden - Württemberg e.V.
Ihr Finanzhai - Video
Hier: Schriftverkehr mit Ihrem Mitarbeiter Herrn Niels Nauhauser
Sehr geehrte Frau Weiser,
die Verbraucherzentrale Baden - Württemberg ist nach § 8 Absatz 3 Nr. 3 UWG und nach §§ 3 und 4 UKlaG berechtigt, gegen unlauteres Anbieterverhalten und unzulässige Klauseln im Kleingedruckten mit Abmahnungen und Unterlassungsklagen vorzugehen.
Im Geschäftsjahr 2008 konnte Ihre Verbraucherzentrale 292 Verfahren abschließen.
Gemäß Ihrem Geschäftsbericht war es möglich, 216 Verfahren außergerichtlich zu lösen, so dass sogar 157 Unternehmen eine strafbewährte Unterlassungserklärung abgeben mussten.
Sicherlich ein außerordentlich guter Erfolg Ihrer Arbeit im Jahr 2008, denn diese hohe Anzahl von Schutzverfahren verdeutlicht eindrucksvoll, dass der Einsatz Ihrer Verbraucherzentrale für die betroffenen Bürger nutzmehrend beendet werden konnte.
Ihre kämpferische Kollegin von der Verbraucherzentrale Hamburg
Edda Castelló
warnt - als so genannte Rechts- und Finanzexpertin - regelmäßig alle Bürger vor den Geldverlust - Fallen in der privaten Altersvorsorge.
Zitat Auszug aus einem Interview „Bild der Frau“ / 08. Mai 2009:
Angesichts der unsicheren Lage auf dem Geldmarkt, sollte
sich keiner auf Verträge festlegen, die 30 Jahre oder länger laufen.
Wir raten dringend ab,
eine Kapital - Lebens- oder Rentenversicherung einzugehen.
Sie gehören zu den schlechtesten Produkten für die Altersvorsorge.
Dreiviertel aller Verträge werden vorzeitig gekündigt.
Und dabei machen die Verbraucher massive Verluste.
Zitat Ende.
Bis zur Einführung der so genannten Riester- und Rürup - Rentenmodelle konnte jeder Bürger seine private Altersvorsorge frei wählen und entschied sich im Regelfall für eine steuerbegünstigte Kapitallebensversicherung.
Mit dem Wegfall des Steuerprivilegs für Kapitallebensversicherungen wurden die Versicherungsgesellschaften gezwungen, gemäß der gesetzlichen Vorgaben, schwerpunktmäßig Riester- und Rürup - Tarifmodelle anzubieten.
Auch bedingt durch das monströse und aufgeblähte Verwaltungssystem für die Riester- und Rürup - Rentenmodelle schossen die Verwaltungskosten in unbekannte Höhen, so dass sich die Personenversicherer gezwungen sahen, die Zinsversprechen und Gutschriften von ehemals 4,75% auf heute noch magere 2,25% zu reduzieren.
Dadurch verschlechterten sich die staatlich geförderten privaten Rentenmodelle und verloren jegliche Attraktivität.
Die nachgelagerte Besteuerung der „neuen“ privaten Rentenmodelle macht darüberhinaus eine Nutzmehrung für die Bürger völlig zu Nichte.
Ihre Hamburger Kollegin Edda Castelló liegt deshalb mit Ihren Empfehlungen im richtigen Nutzkorridor.
Die Versicherungsvermittler und Versicherungsmakler verblieb nur noch die Chance, die invaliden privaten Rentenmodelle anzubieten, denn nach und nach schlossen die Personenversicherer die so genannten Tariffenster für die Kapitallebensversicherung.
Die vermeintlichen Kapitalanreicherungen der invaliden privaten Rentenmodelle durch dubiose Fondssysteme, die oftmals mit Credit Default Swaps [ kurz „ CDS“ genannt ] Finanzprodukten bestückt waren, pulverisierten nachhaltig jede Gewinnchance für die Riester- oder Rürupkunden.
Dass diese fragwürdigen Konstruktionen den Kollaps des globalen Bankensystems auslösten, wird hoffentlich auch durch Sie nicht mehr bestritten
[ siehe dazu AIG - Desaster / DRSB - und Medienberichte ].
Die zum Teil kapitalschwachen Banken in Deutschland waren sogar gezwungen, Riestermodelle in diesem fatalen Umfeld anzubieten.
Wenn Ihnen also am echten Verbraucherschutz gelegen wäre, dann hätten Sie als vermutlich Hauptschuldigen die Gierzentrale der AIG in New York sowie deren Vertriebsmethoden mit einem Video - Clip brandmarken müssen.
Ein solches Vorgehen hätte die uneingeschränkte Unterstützung des DRSB e.V. gefunden.
Das Versagen der Finanzmärkte sowie die Leistungsschwäche der gesetzlich verordneten untauglichen privaten Rentenmodelle den Versicherungsvermittlern, Versicherungsmaklern oder Bankangestellten in die „Schuhe“ zu schieben, ist einfach, als geschmacklos, ja sogar als instinktlos zu bezeichnen.
Das Schmäh - Video von Niels Nauhauser desavouiert, diskreditiert und diskriminiert mehr als 700 000 Bürger und deren Angehörigen, obwohl diese nicht die geringste Chance haben, sich gegen Ihr infames Video zur Wehr zu setzen.
Einmal im Internet - immer im Internet? / War das die Zielsetzung Ihres Hauses?
Wie viele der von Ihnen geführten 292 Abmahnverfahren
betrafen eine Fehl- oder Falschberatung im Bereich
Banken- oder Versicherungsprodukte?
Warum hacken Sie auf dem schwächsten Glied in der Kette herum?
Wieso deckt der selbsternannte „Investigator“ Nauhauser die wahren
Ursachen- und Wirkungszusammenhänge nicht schonungslos und „überspitzt“ auf?
Vielleicht fehlen Ihm dazu die Worte. Vielleicht gibt es keine vernünftigen Antworten.
Vielleicht löst sich alles im Kampf um die Meinungen friedlich auf. Vielleicht dient das Schmäh - Video lediglich dazu, von den eigentlich Verantwortlichen und Schuldigen abzulenken.
Man kann es sich manchmal auch unnötig schwer machen im Leben. Faire und nutzmehrende Beratung im Bereich der privaten Altersversorgung ist mit den Mehrkreissystemen des DRSB e.V. seit 1991 problemlos möglich.
Warum haben Sie das freundliche Angebot zur Zusammenarbeit nicht genutzt?
Die Versicherungsvermittler und Versicherungsmakler jetzt in den Sumpf des Versagens anderer hinein ziehen zu wollen sowie ihnen noch mehr Schwierigkeiten zu bereiten, ist im höchsten Maße unfair und hat mit aufrichtigem Verbraucherschutz nicht das Geringste zu tun.
Für Ihre sehr geschätzte schriftliche Stellungnahme haben wir uns den
27. Juli 2009
vorgemerkt.
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Mit freundlichen und besten Grüßen aus Düsseldorf |
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Udo Piasetzky |
Hans - Josef Leiting |
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Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.
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Steuerberater und Vorsitzender der Rentenkommission des DRSB e.V. |