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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.  

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Andreas Kallen Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 14. Januar 2009

 

 

Wer rettet die deutsche

Versicherungswirtschaft?

 

Vom Wirtschaftswunder, über die Wiedervereinigung, bis heute schien die deutsche Nachkriegsgeschichte eine niemals enden wollende Erfolgsstory zu sein. So jedenfalls glauben es noch viele Bürger; so jedenfalls machen es noch viele unwissende Journalisten und Medien den deutschen Bürgern Glauben.

Am Ende der ersten Regierungsperiode von Angela Merkel täuscht vieles über die wahren Verhältnisse hinweg.

Keine frühere Regierungsmannschaft hat auf einen Streich so unbarmherzig und massiv die Steuern erhöht wie die Rot / Schwarze - Koalition. Komplett fertige nutzbringende private Rentensysteme werden bis heute ignoriert und stattdessen wurden unsinnige, bürgerschädliche Kompromisse verabschiedet. 

Was als Steuerreform den Bürgern verkauft werden soll, verliert sich in überflüssigen und hemmenden Details. Die Gesundheitsreform ist schlicht weg ein nicht enden könnendes Desaster. Das Ulla Schmidt - Syndrom frisst sich wie ein eiterndes Geschwür durch alle Gesellschaftsschichten und Parteien.

Zwischen all diesen Chaos - Schauplätzen irrlichtert eine globalisierte, kenntnisbefreite und ahnungslose Bundeskanzlerin hin und her. Angela Merkel hat weder die CDU / CSU noch die SPD im Griff.

Seit den US - Krisen wird fast schon im Wochenrhythmus Aufbruch nach Aufbruch angekündigt.

Doch wohin steuert unser Land?

Die Regierungsmannschaft ist nicht nur mit ihrer Wirtschaftspolitik in eine gefährliche Schieflage geraten.

Wird da vielleicht falsch regiert?

Wer hat die besseren Rezepte:

Glos, Steinbrück, Westerwelle oder gar Müntefering?

Was können die Gewerkschaften tatsächlich noch leisten?

Wie hoch ist das Verschulden der

Professoren Sinn, Rürup und Raffelhüschen?

Oder

tragen in Wahrheit Deutschlands Manager die Hauptschuld?

Diese Fragen hört man in den Kreisen des Versicherungsaußendienstes immer häufiger.

Der Sauerländer Franz Müntefering prangerte recht spektakulär die überzogenen Managergehälter und die fehlende Unternehmensethik an. Was immer der Sauerländer SPDler damit auch gemeint haben könnte, eines bleibt in den Köpfen der Bürger fest verankert:

Als sich die Heuschrecken - Manager von Blackstone mit lautem „Tamtam“ bei der deutschen Telekom einkauften, war es der SPDler Müntefering, der die Manager des

US - Fonds überschwänglich freundlich begrüßte.

Auch die hartnäckige Verteidigung der

Armutsagenda 2010

ist so ein weiteres Paradoxon des Sauerländers.

Müntefering

will eigentlich immer das zusammen fügen, was nicht zusammen passt.

Kein Sozialminister vor ihm, selbst der CDU - Versager Norbert Blüm nicht, haben die gesetzliche Rentenversicherung so grausam verschlimmbessert wie der SPDler Franz Müntefering. Und das obwohl die gesetzliche Rentenversicherung doch ein ureigenstes Thema der Sozialdemokraten sein sollte.

Verglichen mit den Zuständen in der Bundes- und Länderpolitik schien die deutsche Versicherungswirtschaft bis heute in recht guter Verfassung zu sein. So jedenfalls sahen sich bis Januar 2009 die deutschen Versicherungsmanager am Allerliebsten. Ohnehin waren Selbstzweifel oder Selbstkritik in ihrer Ausbildung nicht vorgesehen. Öffentliche Kritik wurde sofort mit allen Mitteln bekämpft und weggebügelt.

Aber gerade da, wo die angestellten Unternehmensbosse noch das uneingeschränkte Sagen haben, zeigen sich seit Monaten erschreckende Schwächen.

Jahrzehntelang wurden sie bewundert und galten als Garanten des deutschen Wohlstands.

Deutsche Versicherungsmanager

hatten die uneingeschränkte Macht über Aktionäre, Mitarbeiter, Geld und die deutschen Bürger.

Deutsche Versicherungsmanager

verdienten Unsummen an Jahresbezügen sowie Bonifikationen und verwöhnten sich hemmungslos mit

Luxusdienstwagen, Luxusvillen, Luxusreisen

und häufig auch mit käuflichen

Luxusfrauen.

Selbstverständlich ausschließlich auf Kosten der gutgläubigen Versichertengemeinde.

Dieses haltlose Treiben ging solange gut, bis die Armutsagenda 2010 die sprudelnden Geldflüsse zu den Versicherungskonzernen quasi zum Erliegen brachte.

Von da an mehren sich tagtäglich die Zweifel an den Fähigkeiten der deutschen Versicherungsmanager.

Denn seit der Einführung der Riester- und Rüruprente

schrumpfen die Gewinne,

gehen systembedingt Kernmärkte verloren,

wird die Produktentwicklung zum Dilemma,

werden Innen- und Außendienstmitarbeiter unzufrieden,

wird das Betriebsklima täglich frostiger,

lässt die Wettbewerbsfähigkeit rapide nach,

erhöht sich der Vertriebsdruck,

geraten Verkaufsmethoden

von Strukkies an den kriminellen Abgrund,

und

die Zukunft der Assekuranz wird leichtfertig verspielt.

Viele deutsche Versicherungsmanager entwickeln eine ziemlich ausgeprägte Neigung, die Versicherungskonzerne, die man ihnen im guten Glauben anvertraut hat, systematisch auszuplündern.

Aus kaufmännischer Sicht ist nicht das Geringste dagegen einzuwenden, wenn erfolgreiche angestellte Manager gut bezahlt werden. Denn ein guter Manager, dem es gelingt, aus einem dahindümpelnden Versicherungskonzern ein stabiles, profitables und leistungsfähiges Unternehmen zu gestalten, ist jeden Euro wert, gleichgültig wie viel er verdient.

Solch ein Managertyp könnte sogar an dem Versicherungskonzern angemessen beteiligt werden und Gratisaktien erhalten.

Doch wer kennt einen solchen Managertyp?

Wann wurde in den zurückliegenden Jahren ein dahindümpelnder Versicherungskonzern in ein stabiles, profitables und leistungsfähiges Unternehmen umgestaltet?

Ist nicht eher das Gegenteil der Regelfall?

Selbst Landespolitiker wie Wulff, Koch, Seehofer oder Rüttgers erkennen langsam, dass es moralisch unvertretbar und volkswirtschaftlich absolut schädlich ist, wenn Manager mit Selbstbedienungsmentalität ihre Unternehmen ausräubern.

Um diese besonders perfide Art der, zurzeit noch nicht justitiablen, so genannten  

Managerkriminalität

zu unterbinden, wäre es freilich zunächst notwendig, dass sich Aktionäre und Aufsichtsräte erst einmal darüber ein Bild, verschaffen wie sie entsteht.

Der DRSB e.V. hat deshalb mit Aktionären, Unternehmern, Psychologen und seriösen Personalberatern gesprochen, um sich ein umfassendes Bild zu machen.

Die Auswertungsergebnisse haben viele Gesprächspartner überrascht.

Die Mehrzahl der Manager sind keineswegs die erfahrenen, charakterstarken Macher, denen das Wohl der Mitarbeiter und der Erfolg des Unternehmens am Herzen liegt.

Die Aufstiegschancen in den meisten deutschen Versicherungskonzernen begünstigen viel eher die völlig angepassten, ängstlichen Managertypen, die sich täglich hauptsächlich darum bemühen, keine Fehler zu machen. Selbst beim Mittagessen pflegen solche Typen noch ihre Netzwerke.

Die Durchleuchtung ergab, dass solch ein Managertyp lediglich nach ein wenig Anerkennung giert und hin und wieder sich über ein kleines Erfolgserlebnis freuen kann.

Da aber sein direktes Umfeld tagtäglich eine Menge Druck und Frust für ihn bereithält, versucht dieser im Kern schwache Managertyp mangelnde Anerkennung oder Erfolgserlebnisse zu kompensieren.

Der gierige Griff zu Geld und Luxus ist dadurch vorprogrammiert.

Eigentlich sind Manager in jeder Hierarchiestufe gefährdet, weil sie sehr häufig quasi arme Würstchen sind.

Jeden Tag bekommen sie stündlich Druck von allen Seiten:

von Untergebenen,

von Kollegen,

von Vorgesetzten,

vom Außendienst,

von Vertriebspartnern

und natürlich auch von

frustrierten und verärgerten Kunden.

Schon im 18. Jahrhundert erkannte der Begründer der modernen Nationalökonomie,

Adam Smith

- 1723 bis 1790 -,

die latenten Gefahren, die den Aktionären oder Besitzern von Unternehmen durch eine sich bildende Managerkaste drohen können.

Zitat Adam Smith:

„Man könne von diesen Leuten, die fremdes Eigentum verwalten und

mit fremden Geld wirtschaften, nicht erwarten, dass sie es mit der gleichen Wachsamkeit verwenden wie die Partner in einem Privatunternehmen“.

Zitat Ende.

Adam Smith

hatte bereits damals mit seiner Aussage vollkommen Recht.

Da es aber zum angestellten Manager keine Alternative gibt, lohnt es sich intensiv darüber nachzudenken, wie man die ohne Zweifel latent vorhandenen kriminellen Energien der angestellten Manager besser erkennen und in die richtigen Bahnen lenken kann.

Denn Manager, die ihr Geld nicht wert sind, fahren früher oder später mit ihren dubiosen Entscheidungen in eine Zone der Reibungsverluste, die dann sehr leicht zum Kollabieren oder zum Exitus des anvertrauten Unternehmens führen kann.

Vorher wird aber ausgeräubert, was nur auszuräubern ist. Überzogene Millionengehälter, ungerechtfertigte Tantiemen und überzogene Alterspensionen werden dann zum Gradmesser für stagnierende Aktienkurse und fehlende Wettbewerbsfähigkeit.

Auf der Strecke bleiben, eigentlich wie immer, die Kunden. Stetig sinkende Gewinnanteile und Zinsen für Lebensversicherungen oder Rentenversicherungen sind die direkte Folge. In den Sachversicherungssparten werden dann wieder die Beiträge erhöht. Und selbst die Aktionäre werden durch die Gebärden der Manager von Jahr zu Jahr ausgehungert.

Den Versicherungsgesellschaften bekommt das auf Dauer ebenso wenig wie der deutschen Volkswirtschaft.

Die deutschen Versicherungsmanager beweisen schon seit Jahren ihre Unfähigkeit, strategische Ziele zu formulieren oder sie gar zu erreichen. Ihre ganz auf Bequemlichkeit und Machterhalt ausgerichtete Geschäftspolitik hat zum Beispiel zur explosionsartigen Vermehrung der Strukturvertriebe geführt.

Nach dem Motto:

egal was es kostet

werden komplette Strukturvertriebe gekauft ( z.B. AWD ) oder mit reichlich verlorenen Aufbauzuschüssen für kurze Zeit zusammen gekauft ( z.B. Four Gates / Finum ). Auch so etwas ist nach dem Geldverbrennen in amerikanischen Fondssystemen eine vorsätzliche, unnötige Geldvernichtung der Beiträge der Versichertengemeinschaft.

Die schon seit Jahren völlig überhöhten Provisionen für diese Vertriebsart bezahlen ohnehin die Versicherungskunden mit ihren Beiträgen.

Die charakterlosen, blassen und karrieresüchtigen Managertypen, die immer noch bedauerlicherweise viele Chefetagen bevölkern, verspielen aber auch durch den überteuerten und oftmals sinnlosen Einsatz von Beraterfirmen wie Roland Berger, Boston Consulting oder McKinsey zuviel Kredit bei den deutschen Bürgern.

Denn diese Beratungsfirmen krempeln ganze Konzernbereiche um und entwickeln pausenlos neue Marktstrategien oder schließen angeblich unrentable Abteilungen und Betriebsstätten.

Genützt

hat es der deutschen Versicherungswirtschaft und den Versicherungskunden nichts, sondern ausschließlich den Jahreshonoraren dieser Beraterkaste.    

Genützt

haben solche Fehlentscheidungen bisher nur den angestellten Managern, die dadurch ihre Unfähigkeit und die damit verbundenen Probleme überdecken konnten.

Diese Oligarchie der Mittelmäßigkeit verhinderte bis heute kostengünstige, bezahlbare und leistungsfähige Versicherungsprodukte.

Beängstigender noch als dieses Geldvernichten ist die stetig

nachlassende Konkurrenzfähigkeit

sowie die innere Verfassung der deutschen Versicherungskonzerne.

Inkompetente, ängstliche Versicherungsmanager werden zunehmend zu einer schweren Belastung für die deutsche Volkswirtschaft, denn täglich wird das Sündenregister länger und länger.

Es ist deshalb höchste Zeit für eine radikale Trendumkehr, bevor noch mehr sicher geglaubte Arbeitsplätze in der Assekuranz durch gierige Hasardeure vernichtet werden.

 

Versager sollten nicht weiter geschützt werden.

     

 

             

 

DRSB

 

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