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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky · Andreas Kallen · Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 03. Januar 2008

 

 

Die Nachwehen der US - Kriege
- Teil 14 -
Chicagoer Schule

 

Das Schattenreich der CIA entstand auf den zunächst wackeligen Fundamenten des

 

OSS

Office of Strategic Services,

 

das im 2. Weltkrieg die Hauptaufgabe hatte, Agenten zu rekrutieren um bei Freunden und Gegnern Informationen zu stehlen.

 

Nach und nach wurde ein System installiert, das als beliebtestes Mittel die so genannte

 

„verdeckte Operation oder verdeckte Aktion“

 

einsetzte.

 

Zur Konfliktlösung lag es folgerichtig nahe, verdeckte Operationen oder Aktionen nach außen zu verlagern und ahnungslose Stellvertreter für das amerikanische Machtstreben einzusetzen.

 

Die Verlagerung nach „außen“ bot für den CIA die beste Möglichkeit, eine

 

„verdeckte Operation oder verdeckte Aktion“

zu bestreiten, die entweder gescheitert oder an die Öffentlichkeit gelangt war.

 

Noch heute ist beim CIA nichts so gefürchtet wie ein so genannter

 

flap

- Skandal -.

 

Auf ihrem Demokratie - Kreuzzug durch die Welt werden unter permanenter Missachtung der Genfer Konvention zum Schutz von Kriegsgefangenen von den USA verdächtige Personen in ein geheimes, von der CIA kontrolliertes Gefängnisnetz „überstellt“ und verhört.

 

Dass brutale Foltermethoden zur Gewinnung von Informationen dazu gehören, versteht sich quasi von selbst.

 

In der blumenreichen Sprache der CIA - Mitarbeiter nennt man so etwas

 

Zwangsbefragung“,

 

die eine Vielzahl von perfiden und abscheulichen Techniken beinhaltet, gefangene Menschen zutiefst zu verletzen, zu verwirren und sie in eine besondere Art von Schockzustand zu versetzen.

 

So zwingen die USA oftmals Unschuldige gegen ihren Willen Zugeständnisse zu machen.

 

Nicht nur Cheeseburger, Big Macs und Pommes werden in den USA  ausschließlich nach Handbüchern zubereitet, sondern auch die perfide Logik von Verhörstrategien kann man in den diversen CIA - Handbüchern nachlesen.

 

Seit dem Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wird in diesen

CIA - Handbüchern detailliert beschrieben, wie man zum Beispiel

 

resistente Quellen

 

nachhaltig zerbrechen kann und dadurch neue „Erkenntnisse“ gewinnt.

 

Die armen Opfer einer solchen „Zwangsbefragung“ werden zuerst jeder normalen Sinneswahrnehmung beraubt. Die geschieht laut CIA - Handbuch durch totale Isolierung mit Kopfhauben, Fuß- und Handfesseln sowie durch Ohrstöpsel.

 

Danach wird der - meist nackte und feuchte Körper - mit Elektroschocks, gezielten Schlägen, schmerzender Musik und Stroboskopblitzen systematisch bearbeitet.

 

Das Ziel dieser unmenschlichen perversen Methoden ist es, im Gehirn des Opfers so etwas wie ein totales Chaos zu verursachen. Dadurch ist es für die Betroffenen nicht länger möglich, rational zu denken oder gar die eigenen Interessen zu schützen.

 

In so einem Schockzustand sind die „Zwangsbefragten“ in den meisten Fällen bereit, den

 

US - Folterknechten,

 

was immer auch diese gerne hören möchten zu erzählen:

 

Geständnisse jeder Art oder das Leugnen früherer Überzeugungen.

 

Besonders gut ausgebildete und erfahrene

 

US - Folterknechte

 

wissen dann, dass in solchen Situationen die traktierten Opfer für ihre „Vorschläge“ offen sind und die absolute Kooperationsbereitschaft vorhanden bleibt.

 

Der im Alter von 94 Jahren, am 16. November 2006, verstorbene Chicagoer Professor

 

Milton Friedman

- University of Chicago -

 

befasste sich schon in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts mit dem Phänomen einer kollektiven Desorientierung und Resignation von Menschen nach einem Schockerlebnis.

 

Durch seine Forschungen fand

Milton Friedman

 

schnell heraus, dass Politiker oder Regierungen den Schockzustand, der durch die Folter  eines Einzelnen entsteht, auf die Masse einer Bevölkerung spielend leicht zu übertragen war und man dadurch politisch und wirtschaftlich formulierte Ziele widerstandslos erreichen konnte.

 

Mit seiner seltsamen puristischen Vorstellung des Kapitalismus gewann der rege Chicagoer Professor zunächst kaum Anhänger.

 

Zu groß waren nach dem 2. Weltkrieg die Wunschvorstellungen von einem

 

modernen Wohlfahrtsstaat

 

in den Köpfen der US - Bürger.

 

Nachdem Milton Friedman im Jahr 1969 von Time - Magazin öffentlich als

 

Giftzwerg und Plagegeist

 

verschrieen wurde, wollten selbst hartgesottene amerikanische Unternehmer und Politiker nichts mehr mit dem Propheten des „reinen“ Kapitalismus zu tun haben.

 

Die Bezeichnung „Giftzwerg“ bezog sich allerdings auf die Körpergröße von Professor Friedman, der nur 158 cm groß war, und ist aus der Sicht des DRSB e.V. keine journalistische Glanzleistung gewesen.

 

Erst als die „eiserne“ englische Lady

 

Margret Thatcher

 

die politische Weltbühne betrat, wurde der Chicagoer Professor aus seiner intellektuellen Wüste zurückgeholt.

 

In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts begann der Aufstieg von Professor

 

Milton Friedman

 

zum Guru aller Kapitalisten und Neoliberalen auf dieser Welt.

 

Margret Thatcher

nannte Milton Friedman einen

 

„intellektuellen Freiheitskämpfer“,

 

was vermutlich den ehemaligen Schauspieler und späteren US - Präsidenten

 

Ronald Reagan

 

dazu veranlasste, zu seinen Wahlkampfauftritten ein Exemplar des friedmanschen Manifestes

Kapitalismus und Freiheit

bei sich zu tragen.

 

Als dann

Margret Thatcher und Ronald Reagan

 

zielsicher, konsequent und „absolut demokratisch“ daran gingen, ihre Märkte und die Wirtschaft von der Geißel des Sozialstaats zu befreien, war das der eigentliche Beginn des Niedergangs des Wohlstands für alle Bürger. 

 

Von nun an setzte der Chicagoer Professor weltweit regelmäßig seine Schockmethoden ein und versuchte - ähnlich wie auf einem Kreuzzug - die Vorstellung und den Wunsch vieler Bürger nach einer sozialen Marktwirtschaft auszulöschen.

 

Das beste Beispiel war das Schockerlebnis am 11. September 2001, das weltweit für Millionen Bürger die vermeintliche Sicherheit zerstörte.

 

Unverhofft brach eine Periode

der kollektiven Desorientierung und Regression an.

 

Dank der Hilfe von Professor

Milton Friedman

 

nutzte die Regierungsmannschaft um George Walker Bush „teuflisch geschickt“ die Situation aus.

 

Der hinterlistige Angriff auf das World - Trade - Center

warf damit die US - Bürger auf die Stunde „Null“ des Denkens zurück.

 

In die posttraumatischen Köpfe der Bürger konnten so problemlos die Bush - Ideologien eingepflanzt werden.

 

Bush - World - Wortschöpfungen wie zum Beispiel

 

Achse des Bösen“,

Kampf der Kulturen“,

Heimatschutz

oder

Islamfaschismus

 

fanden spielend leicht Eingang auch in das weltweite Denken.

 

Monatelang kreisten die Gedanken der Amerikaner

nur noch um das Thema von tödlichen Kulturkriegen.

 

Widerstandslos konnte US - Präsident George Walker Bush mit seiner Regierungsmannschaft politisch Unmögliches durchsetzen, wovon selbst die Berufsoptimisten im seinem Team nicht zu träumen gewagt hatten:

 

Aufbau einer Heimatschutzindustrie mit privaten Sicherheitskräften,

Kriegsführung im Ausland mit privaten Söldnertruppen,

Sicherung des beliebigen Zugriffs auf kostbare Ressourcen,

gewaltsame Öffnung verschlossener Märkte,

Ankurbelung der US - Waffenindustrie

sowie

beschleunigte Verprivatisierung anderer Staatsaufgaben.

 

Quasi als gern gesehener Nebeneffekt konnte man so von der maroden und stark schwächelnden US - Wirtschaft jahrelang ablenken und die europäischen Freunde ständig zur solidarischen Finanzader lassen.

 

Die korrekte Bezeichnung für das Friedman - System der Chicagoer Schule, die vorsätzlich die Grenzen zwischen Politik und Geschäft verwischt, ist deshalb nicht

 

puristischer Kapitalismus

sondern

( Neo ) Korporatismus,

 

in dem sich Regierungen und Multikonzerne gegenseitig gefällig sind und lukrative Verträge zuschieben.

 

Die Hauptmerkmale dieser fatalen Bewegung sind aber eine massive Umverteilung von öffentlichem Besitz in private Gesellschaften sowie eine explodierende Armut in der Bürgerschaft.

 

Die zwangsweise weiterführenden Entwicklungen des

 

( Neo ) Korporatismus

 

sind die unaufhaltsame Vergrößerung der Kluft zwischen

 

Superreichen

und

disponiblen hungernden Armen

sowie die rasante und erschreckende Zunahme von unkontrollierbarem

Nationalismus.

 

Am Ende der Spirale erwarten alle Bürger eines korporatistischen Staates:

 

Aggressive ( elektronische ) Überwachung,

wachsende Einschränkung bürgerlicher Freiheiten

und zunehmende ungerechtfertigte

Massenverhaftungen.

 

Ethik, Moral und Menschlichkeit

bleiben dann natürlich vollkommen auf der Strecke.

 

Ein Beispiel aus den amerikanischen Medien soll den totalen Verfall der Sitten verdeutlichen:

 

Im Irak war der Oktober 2006, der bis dahin blutigste Monat. Mehr als 5800 irakische Bürger verloren ihr Leben oder wurden grausam verstümmelt.

 

Die US - Zeitungsmeldungen waren aber überfüllt mit so genannten Analystenbewertungen, die im Kern immer die gleiche Botschaft verbreiteten:

 

Im Irak lief es besser als erwartet.

Die Quartalsbilanz des Dienstleisters Halliburton ist blendend“.

 

Kaum ein Aktionär von Halliburton ließ sich da wesentlich von den Kriegsereignissen  beeindrucken.

 

Was kümmern auch Aktionäre

tote und verkrüppelte Iraker oder amerikanische Bürger,

wenn ihr Konzern Einnahmen in der Höhe von

20 Milliarden US - Dollar vermelden kann?

 

In Deutschland ist ebenfalls eine sehr starke Entwicklung zum

 

( Neo ) Korporatismus

zu beobachten.

Noch aber sind die Schlagzeilen in den deutschen Printmedien ausschließlich fokussiert auf die unterschwelligen Schuldzuweisungen an die deutschen Bürger.

 

Auch hier soll ein Beispiel die Entwicklung verdeutlichen:

 

„Der lang anhaltende

Aufschwung der deutschen Wirtschaft

ist leider noch nicht bei allen Bürgern angekommen“.

 

Solche oder ähnlich formulierte Sätze hört man im ganzen Land von Politikern und Medien fast schon täglich.

 

Sie haben nur die eine Zielsetzung, nämlich bei den Bürgern ein schlechtes Gewissen auszulösen, dass man es noch nicht geschafft hat, am „ach so tollen“ Aufschwung teilzunehmen.

 

Mit der Philosophie von Machiavelli:

 

Gewalttaten muss man alle auf einmal begehen,

damit sie weniger empfunden werden und dadurch weniger erbittern“.

 

und den

Schockmethoden von Milton Friedman

 

werden in Deutschland die Bürger von deutschen Managern gezielt geschockt, damit diese ihre wirtschaftlichen Ziele widerstandslos erreichen können.

 

Das Herumfabulieren und Lamentieren über Verlegungen oder Verkäufe von Produktionsstandorten oder das Beklagen des US - Dollarkurses sollen die Arbeiter und Angestellten um ihren Arbeitsplatz fürchten lassen und dadurch gefügig machen. 

 

Während die deutschen Bürger noch gelähmt sind von der zu erwartenden Katastrophe, werden sie einer zusätzlichen politischen Schockbehandlung unterzogen.

 

Das Ergebnis ist immer das Gleiche:

 

Arbeitsplatzverlust, Lohndumping, steigende Preise, Leiharbeit

und schließlich

Armut.

 

So zeigt die

Chicagoer Schule von Milton Friedman

auch in Deutschland bereits

ihr wahres Gesicht oder besser ihre ungeschminkte gierige Fratze.

 

             

 

 

DRSB

 

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