DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Andreas Kallen • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 14. Juni 2008
Diesel- oder Superbenzin - Kirche?
„Beten für Benzin“
Schon 2006 fiel auf, dass die Mächtigen in den USA verzweifelt versuchten, die magische Grenze von
3,00 US - Dollar
für eine Gallone Normalbenzin nicht zu überschreiten.
Durch den ständig steigenden Rohölpreis, seriöse Experten sprechen schon von
200,00 US - Dollar,
pro Barrel, geht die Schere zwischen Diesel, Normal- und Superbenzin immer weiter auf.
Die meisten US - Autos fressen Normalsprit, denn die Motoren haben riesige Hubräume und drehen langsam.
Nur die leistungsoptimierten europäischen und asiatischen Importautos benötigen teilweise Superbenzin, was aber eigentlich keinen US - Bürger so richtig kümmert, denn getankt wird, was billig ist.
So ist es für US - Bürger nicht verwunderlich, dass seit Wochen nicht nur in Washington tagtäglich an Tankstellen gebetet wird, nach dem Motto:
„Unsern täglichen Sprit gib uns heute - vergib uns unsere Schuld“.
Zusammen mit Pastor
Mark McCleary betet Rocky Twyman,
der Auslöser der neuen Glaubensrichtung, mit „Benzin - Gläubigen“ an
US - Zapfsäulen um heiligen Beistand:
„Wir bitten dich, die Herzen derer,
die für die hohen Benzinpreise verantwortlich sind, zu erwärmen.“
Eigentlich begann die pastorale Erfahrung von
Mark McCleary
im Jahr 1974, nachdem er seinem
Bachelor of Arts in Theologie
am Oakwood College in Huntsville, Alabama erlangte. Eine Karriere als Benzinpriester war damals nicht erkennbar.
Die
Benzin - Betbewegung
verbreitet sich in den USA wie eine Feuersbrunst.
Die US - Benzin - Gläubigen
fordern Gott zum Handeln an der Tankstelle auf.
Sind das die letzten verzweifelten Versuche
einer vermeintlich aufgeklärten und freien Gesellschaft?
Die Tankstellen in den USA führen Diesel sowie verbleites und unverbleites Benzin
leaded oder unleaded,
das in 3 verschiedenen Oktanzahlen erhältlich ist.
Das Benzinpreisdesaster in den USA ist der Auslöser dafür, dass die Stimmung der US- Bürger sich auch im Mai 2008 weiterhin verschlechtert hat.
Schon im April 2008 sank das Verbrauchervertrauen auf 57,2 Punkte. Dies ist der niedrigste Wert seit Oktober 1992.
Während im Vormonat noch wenigstens die Hoffnungs- Erwartungskomponente - hedonistischer Effekt - leicht zulegen konnte, verschlechterte sich im Mai 2008 sowohl die Hoffnungs- als auch die Erwartungskomponente.
Die Einschätzung der zukünftigen Einkommensentwicklung auch hinsichtlich der zu erwartenden wirtschaftlichen Aktivitäten verschlechtert sich mit hoher Geschwindigkeit.
Selbst ein leichter Silberstreif am Arbeitsmarkt zeigt bei der Einschätzung der zukünftigen Arbeitsmarktentwicklung keinerlei Wirkung bei den US - Bürgern.
Der Hintergrund für die anhaltende Stimmungseintrübung der US - Bürger dürften weniger die Diskussionen über die Kreditkrise und die daraus resultierenden Belastungen für die US - Wirtschaft sein, sondern sind vielmehr die stark steigenden Benzinpreise.
Sollten die Benzinpreise nun im Juli 2008 sogar weiter ansteigen, so würde damit ein starker Kaufkraftverlust der privaten Haushalte einhergehen, der die Entwicklung des privaten Konsums in den USA weiter erheblich belasten würde.
Auch die weiterhin deutlich fallenden Immobilien - Preise treffen Hausbesitzer, die zurzeit ihr Haus verkaufen wollen oder müssen, in bisher nicht gekannter Form. Die starke Abwärtsdynamik hat ihre Ursache in den vormals stark gestiegenen Preisen, die durch Spekulation angeheizt wurden und zu einem großen Überangebot an Häusern führten.
Dieses sinnlos erzeugte Überangebot wird den US - Markt noch weit übers Jahr hinaus dämpfen, insbesondere weil anstehende Zwangsvollstreckungen das Angebot ausdehnen und striktere Vergaberichtlinien die Neuaufnahme von Hypotheken und damit die Nachfrage einengen.
Die so genannten
Futures - Kontrakte,
die für den Case - Shiller - 10 Städte - Index gehandelt werden, zeigen, dass der Markt damit rechnen muss, dass die Schwächephase bis ins Jahr 2010 noch ausgeprägter verlaufen wird.
Vermutlich beten dann nicht nur die Benzinpreis - Gläubigen, sondern auch einige Bankmanager in den USA und in Westeuropa.
enden.
Es ist deshalb nicht auszudenken, was in den USA passieren könnte, wenn die Benzinpreise auf deutsches oder europäisches Niveau steigen sollten.
Diesel- oder auch Superbenzin - Kirche,
DRSB
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