Sie sind hier: » »Die Nachwehen der US - Kriege« » Die Nachwehen der US - Kriege, 2008 » »Die Nachwehen der US - Kriege« - Teil 28 - Diesel- oder Superbenzin-Kirche? »Beten für Benzin« 
 

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Andreas Kallen Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 14. Juni 2008

 

 

Die Nachwehen der US - Kriege
- Teil 28 -

Diesel- oder Superbenzin - Kirche?

Beten für Benzin

Amerikanische Politiker legen bekanntlich keinen Wert auf kollektive Leistungen des Staates.

Da verwundert es nicht, dass der öffentliche Personen - Nahverkehr auch außerhalb von größeren Ortschaften nicht nur vernachlässigt wurde sondern vieler Orts gänzlich zum Erliegen kam, sodass die berufstätigen US - Bürger auf ihr eigenes Fahrzeug angewiesen sind und in vielen Fällen heutzutage versuchen, die Fahrtkosten mittels Fahrgemeinschaften zu dämpfen.

Schon 2006 fiel auf, dass die Mächtigen in den USA verzweifelt versuchten, die magische Grenze von

3,00 US - Dollar

für eine Gallone Normalbenzin nicht zu überschreiten.

Durch den ständig steigenden Rohölpreis, seriöse Experten sprechen schon von

200,00 US - Dollar,

pro Barrel, geht die Schere zwischen Diesel, Normal- und Superbenzin immer weiter auf.

Die meisten US - Autos fressen Normalsprit, denn die Motoren haben riesige Hubräume und drehen langsam.

Nur die leistungsoptimierten europäischen und asiatischen Importautos benötigen teilweise Superbenzin, was aber eigentlich keinen US - Bürger so richtig kümmert, denn getankt wird, was billig ist.

Zurzeit pendelt der Preis für eine Gallone Benzin in den USA, das sind 3,78 Liter Benzin,  um die magische Grenze von vier US - Dollar herum

Der Literpreis beträgt somit umgerechnet 0,67 Eurocent.

In Deutschland sowie in anderen westeuropäischen Staaten wäre das ein Grund für Mega - Staus an allen Tankstellen.

In den USA ist das ein Grund zum Protest und zum Volksaufschrei.

Den US - Bürgern waren Benzinpreise über drei US - Dollar je Gallone bis heute völlig unbekannt. Über die ständige und problemlose Versorgung mit Rohöl machen sich  US - Bürger kaum Gedanken. Die Politiker werden so etwas schon regeln und notfalls das US - Militär einsetzen. Davon sind die meisten Amerikaner fest überzeugt.

Trotzdem flippen die US - Bürger im Moment vollkommen aus und lassen sogar die sehr beliebten

Benzinvernichter wie SUV oder Pick - up

stehen.  

Vermehrt wird diese Gattung von Spritfressern zum Verkauf angeboten, was bereits dazu führte, dass der Markt für diese Art von Fahrzeugen zusammen gebrochen ist.

In Washington wird an Tankstellen gebetet. Und Kleinfahrzeuge wie der smart oder Motorroller boomen wie nie zuvor.

Kleinfahrzeuge wie

Smart oder Motorroller,

die noch vor wenigen Monaten milde belächelt wurden, boomen wie nie zuvor. Ganz allmählich beschleicht viele US - Bürger das Gefühl, dass der Irakkrieg damit zusammen hängen könnte und der Überfall auf einen souveränen Staat ein gravierender Fehler der US - Politiker war.

Da seit Monaten die Verkaufszahlen zurück gehen, versucht der

Chrysler - Konzern

in seiner Ratlosigkeit die Notbremse zu ziehen, um weiterhin die großen Benzinvernichter

Jeeps und Pick - ups

an die Käufer zu bringen.

Chrysler garantiert jedem Neuwagenkäufer einen Spritpreis von

2,99 US - Dollar pro Gallone

und das für die nächsten drei Jahre. Sollte der Preis für eine Gallone über

2,99 US - Dollar pro Gallone

steigen, übernimmt der Chrysler - Konzern die Differenz.

Der Chrysler - Konzern muss dadurch schon jetzt bei jedem Tankstopp der Neuwagenkäufer mit einem US - Dollar pro Gallone das Tanken unterstützen.

Für ein ernst zu nehmendes Industrieunternehmen mit weltweiter Vermarktungsabsicht sind solche Subventionsmodelle in Wahrheit aber eine

Bankrotterklärung.

Wie so häufig in Krisenfällen, wenn selbst die amerikanische Führungselite nicht mehr weiter weiß, wird versucht, mit Gebeten um Hilfe zu bitten.

So ist es für US - Bürger nicht verwunderlich, dass seit Wochen nicht nur in Washington tagtäglich an Tankstellen gebetet wird, nach dem Motto:

 

Unsern täglichen Sprit gib uns heute - vergib uns unsere Schuld“.

 

Zusammen mit Pastor

 

Mark McCleary betet Rocky Twyman,

 

der Auslöser der neuen Glaubensrichtung, mit „Benzin - Gläubigen“ an

US - Zapfsäulen um heiligen Beistand:

 

Wir bitten dich, die Herzen derer,

die für die hohen Benzinpreise verantwortlich sind, zu erwärmen.“

 

Eigentlich begann die pastorale Erfahrung von

 

Mark McCleary

 

im Jahr 1974, nachdem er seinem

 

Bachelor of Arts in Theologie

 

am Oakwood College in Huntsville, Alabama erlangte. Eine Karriere als Benzinpriester war damals nicht erkennbar.

 

Die

Benzin - Betbewegung

 

verbreitet sich in den USA wie eine Feuersbrunst.

 

Die US - Benzin - Gläubigen

fordern Gott zum Handeln an der Tankstelle auf.

 

Sind das die letzten verzweifelten Versuche

einer vermeintlich aufgeklärten und freien Gesellschaft?

Innerhalb der letzten fünf Jahre verdoppelten sich die Benzinpreise in den USA und hatten bereits vor Wochen umgerechnet eine Höhe von 0,60 bis 0,63 Eurocent je Liter Benzin erreicht.

Das Preisniveau führte dazu, dass sich zahlreiche Pendler hoch verschuldeten, was verständlich wird bei den Entfernungen zwischen Wohnort und Arbeitsplatz, die nicht selten bis zu 150 Kilometer betragen.

Die Ausgaben für das Benzin dominieren und belasten die privaten Haushaltsbudgets, so dass für andere Bedürfnisse oder Lebensmittel kaum etwas übrig bleibt.

Die Tankstellen in den USA führen Diesel sowie verbleites und unverbleites Benzin

 

leaded oder unleaded,

 

das in 3 verschiedenen Oktanzahlen erhältlich ist.

Das Benzinpreisdesaster in den USA ist der Auslöser dafür, dass die Stimmung der US- Bürger sich auch im Mai 2008 weiterhin verschlechtert hat.

Schon im April 2008 sank das Verbrauchervertrauen auf 57,2 Punkte. Dies ist der niedrigste Wert seit Oktober 1992.

Während im Vormonat noch wenigstens die Hoffnungs- Erwartungskomponente  - hedonistischer Effekt - leicht zulegen konnte, verschlechterte sich im Mai 2008 sowohl die Hoffnungs- als auch die Erwartungskomponente.

Die Einschätzung der zukünftigen Einkommensentwicklung auch hinsichtlich der zu erwartenden wirtschaftlichen Aktivitäten verschlechtert sich mit hoher Geschwindigkeit.

Selbst ein leichter Silberstreif am Arbeitsmarkt zeigt bei der Einschätzung der zukünftigen Arbeitsmarktentwicklung keinerlei Wirkung bei den US - Bürgern.

Der Hintergrund für die anhaltende Stimmungseintrübung der US - Bürger dürften weniger die Diskussionen über die Kreditkrise und die daraus resultierenden Belastungen für die US - Wirtschaft sein, sondern sind vielmehr die stark steigenden Benzinpreise.

Sollten die Benzinpreise nun im Juli 2008 sogar weiter ansteigen, so würde damit ein starker Kaufkraftverlust der privaten Haushalte einhergehen, der die Entwicklung des privaten Konsums in den USA weiter erheblich belasten würde.

Auch die weiterhin deutlich fallenden Immobilien - Preise treffen Hausbesitzer, die zurzeit ihr Haus verkaufen wollen oder müssen, in bisher nicht gekannter Form. Die starke Abwärtsdynamik hat ihre Ursache in den vormals stark gestiegenen Preisen, die durch Spekulation angeheizt wurden und zu einem großen Überangebot an Häusern führten.

Dieses sinnlos erzeugte Überangebot wird den US - Markt noch weit übers Jahr hinaus dämpfen, insbesondere weil anstehende Zwangsvollstreckungen das Angebot ausdehnen und striktere Vergaberichtlinien die Neuaufnahme von Hypotheken und damit die Nachfrage einengen.

Die so genannten

Futures - Kontrakte,

die für den Case - Shiller - 10 Städte - Index gehandelt werden, zeigen, dass der Markt damit rechnen muss, dass die Schwächephase bis ins Jahr 2010 noch ausgeprägter verlaufen wird.

Vermutlich beten dann nicht nur die Benzinpreis - Gläubigen, sondern auch einige Bankmanager in den USA und in Westeuropa.

Die Benzinpreis - Gläubigen wie auch einige Tankstellenbesitzer in den USA haben derweil aufgrund der stark gestiegenen Benzinpreise mit einem besonderen Problem zu kämpfen:

Mehr als 15% aller US - Tankstellen betreiben Zapfsäulen aus den 90ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts deren Preisanzeigesysteme bei exakt

2,99 US - Dollar

enden.

 

Es ist deshalb nicht auszudenken, was in den USA passieren könnte, wenn die Benzinpreise auf deutsches oder europäisches Niveau steigen sollten.

Vielleicht erlebt ja das alte Europa dann noch die Einführung einer völlig neuen Glaubensrichtung, der

Diesel- oder auch Superbenzin - Kirche,

in der täglich US - Benzingläubige für die regelmäßige Versorgung mit Kraftfahrzeugtreibstoff beten müssen.

 

             

 

 

DRSB

 

Wir kämpfen seit 20 Jahren mit der Stimme der Demokratie

für

einen modernen Sozialstaat,

sichere, langfristige Arbeitsplätze,

sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,

sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,

und für

korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.

 

 

DRSB e.V.
Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Ikenstraße 8
40625 Düsseldorf
(Verwaltungssitz)
eMail: drsb@deutscher-rentenschutzbund-ev.de
Website: http://www.deutscher-rentenschutzbund-ev.de
Impressum

Wer wir sind
Links

Spenden für ein nutzmehrendes
deutsches Rentensystem