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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Andreas Kallen Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 16. Juli 2008

 

 

Die Nachwehen der US - Kriege
- Teil 32 -

 

 Kampf am Wendepunkt

 

Geschichte wiederholt sich immer irgendwo auf der Welt als Tragödie oder als Farce.

 

Noch Ende Juni 2008 warf der US - Verteidigungsminister

 

Robert Gates

 

den Deutschen laxe Einstellung und mangelnden Kampfeswillen in Afghanistan vor.

 

Bis zum heutigen Tage verschaffte sich die deutsche Bundeswehr auf ihre besondere Art Respekt in der afghanischen Bevölkerung, obwohl sie seit Anfang Juli 2008 auch Kampftruppen stellen muss.

 

Doch auch die Lage im Norden und Westen wird zunehmend unfriedlicher und darin liegt das zweite unlösbare Problem des zerrütteten Landes.

 

Die amerikanische Polit - Marionette Karzai und seine Operetten - Regierung ist außerstande, den afghanischen Bürgern das zu geben, was die Meisten am dringendsten benötigen, wünschen und fordern,

 

Rechtssicherheit“.

 

Die amerikanische Polit - Marionette Karzai ist in den Augen vieler Afghanen nur ein Statthalter der USA, der seine Macht auf korrupte Gouverneure stützt, die im Opiumgeschäft nicht minder verstrickt sind als die Talibankrieger. Selbst wenn er es tatsächlich wirklich wollte, hätte die Polit - Marionette Karzai gar nicht mehr die Macht, sich seine Verbündeten auszusuchen.  

 

Die afghanische Drogenpolizei bekämpft schon lange nicht mehr den gut florierenden Drogenhandel, sondern widmet sich vielfach ausschließlich der Aufteilung der Profite hieraus. Aus dem angedachten Rechtssystem ist eine Farce geworden und die so genannte Karzai - Polizei ist mit ihren seltsamen Methoden sehr berüchtigt.

 

Statt Rechtssicherheit verfällt die amerikanische Polit - Marionette Karzai zunehmend dem muslimischen Fanatismus und lässt überkommene Taliban - Einrichtungen wieder aufleben.

 

Was die amerikanische Polit - Marionette Karzai mit dem Aufleben des berüchtigten

 

Ministerium zur Förderung

der Tugend und zur Bekämpfung des Lasters

 

beabsichtigte, verschließt sich sogar seinen amerikanischen Freunden und Beobachtern.

 

Womöglich sind die Karzai - Phantasien eine neue Art von skurrilem

 

Hindukusch - Populismus

 

und sein besonders ausgefallener Beitrag zur Vorbereitung auf den so dargestellten demokratischen Wahlkampf im Jahr 2009.

 

Verbissen bis zur Wirklichkeitsverleugnung klammern sich die Mächtigen in Washington an den Hollywood - Mythos, Afghanistan retten zu müssen, selbst wenn die vom Senat eingesetzten Untersuchungskommissionen der US - Regierung das verrückte Afghanistan - Abenteuer als nachhaltig gescheitert bilanzieren.

 

Schon die ehemalige Sowjetunion versuchte vergeblich mit weit mehr Soldaten und einem wesentlich brutaleren Vorgehen, in Afghanistan den Widerstand zu brechen.

Der sowjetische Militärheld

Michail Saizew

 

schlug zwar den so genannten Prager Frühling äußerst brutal nieder, konnte aber selbst mit noch härteren Methoden den zähen Widerstand der Afghanen nicht brechen. Zu seinem Erstaunen dachten die schlecht ausgerüsteten Bergkämpfer nicht daran sich zu unterwerfen.

 

Wenn der blauäugige US - Verteidigungsminister

 

Robert Gates

 

nun fordert, dass man lediglich noch mehr Taliban töten müsste, um in Afghanistan endlich zu siegen, klingt das verdammt nach Rambos Hollywood - Inszenierungen.

 

Die Realität sah schon für den sowjetischen General Saizew völlig anders aus und hatte mit dubiosem Hollywood - Fiktionen nicht das Geringste zu tun.

 

Die Taliban sind nicht nur immer noch präsent sondern erstarken nach ihrem buchstäblichen Verschwinden Ende 2001 fast täglich.

 

Die Sicherheitslage verschlechterte sich im Verlauf des US - Kampfeinsatzes im Süden und Osten Afghanistans bedenklich, obwohl die Nato - Einheiten der europäischen Partner in diesen Landesteilen bereits seit 2006 aktiv sind.

 

Die ohnehin unruhigen Paschtunen - Provinzen

 

Helmand, Kandahar und Urusgan

 

sind unsicherer denn je. In einer solchen Situation bewegen sich alle ausländischen Truppen auf einem schmalen Grat. Denn immer heftiger, schneller und brutaler tragen die Taliban geschickt und raffiniert ihre Militäraktionen vor.

 

Die Kämpfe in Afghanistan sind die heftigsten seit Jahren.

 

Afghanistan steht am militärischen und politischen Wendepunkt.

Erstmals starben dort in den letzten Wochen mehr ausländische Soldaten als im Irak, so dass sich der Brennpunkt nicht nur für die US - Streitkräfte deutlich verschiebt. Am 13. Juni 2008 bombten sich die Taliban - Extremisten den Weg durch die Gefängnismauern in Kandahar und befreiten Hunderte Insassen. In den Tagen danach lieferten sich die europäischen Nato - Einheiten schwere Kämpfe mit den Taliban.

 

Der perfekt durchgeplante Anschlag auf das Hauptgefängnis in Kandahar war der vorläufige Höhepunkt einer vermutlich neuen Taliban - Offensive in Afghanistan. Die anhaltenden Gefechte zeigen aber einen Trend, der jetzt auch in Zahlen zu belegen ist:

 

Afghanistan

wird zum brisanten Hauptproblem der US - geführten Militäreinsätze.

 

Für die Koalition der Nato - Partner war der Juni 2008 der verlustreichste Monat seit dem Beginn des Kampfes gegen die Taliban in Afghanistan Ende 2001.

 

Die internationale Afghanistan - Truppe

 

ISAF

und die US - geführte Koalition

 

OEF - Operation Enduring Freedom

 

haben seit Jahresbeginn 122 Todesfälle zu verkraften.

 

Der Kampf in Afghanistan ist an seinem Wendepunkt angelangt. 45 Soldaten der

Nato- und US - Truppen mussten im Juni 2008 in Afghanistan ihr Leben lassen.

 

Im gleichen Zeitraum fielen im Irak  31 US - Soldaten. Der Trend ist klar erkennbar:

 

In Afghanistan fallen immer mehr Soldaten - im Irak eher weniger.

 

Die bizarre Begeisterung der Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie ihrer Regierung für den Bundeswehr - Einsatz in der Gefährdungszone erschließt sich zunehmend immer weniger deutschen Bürgern.

 

In ein korruptes, verwirrtes und zerstückeltes Afghanistan voller Misstrauen, Rechtsunsicherheit  und voller Zwietracht auch noch mehr deutsche

 

Bundeswehr - Soldaten

 

zu entsenden, grenzt schon an Fatalismus.

 

Denn die USA interessieren sich nur für eines:

 

Erdöl, Erdgas, Gold und sonstige Bodenschätze.

 

Alles andere ist für unsere vermeintlichen „amerikanischen Freunde“ nur zweitrangig.

 

Bis heute haben die Mächtigen in Washington nicht verstanden, eine verlässliche Ordnung mit echten demokratischen Merkmalen in Afghanistan zu etablieren. Immer noch fahren menschenverachtende Händler durch das Land und rauben junge Mädchen, um sie teuer in die Sklaverei zu verkaufen.

 

Wer Afghanistan wirklich von Innen kennt, weiß, dass dort keine echte Demokratie installiert wurde und überdies eine frauenverachtende mörderische Ordnung das Leben für viele Afghanen zur Hölle macht.

 

In einem solchen Klima der Angst gedeihen die Taliban - Rebellen, vernetzen sich immer besser und werden öfter brutal zuschlagen, um dadurch die politische Instabilität des Landes weiter zu fördern. Die islamischen Extremisten haben sich auf kleine hinterlistige Sprengstoffanschläge in immer kürzeren Abständen verlegt, bei denen die meisten Soldaten sterben oder grausam verstümmelt werden.

 

Langsam erwächst ein neuer Widerstand gegen die US - Besatzer, die sich überdies mit ihrer Brutalität ständig neue Feinde auch in der Zivilbevölkerung schaffen. Nur dadurch konnte im Süden und Osten Afghanistans, wo mit rund 42% größte Gruppe der Bevölkerung der Paschtunen lebt, eine Spirale von Widerstand und Vergeltung entstehen, die die eine neue Taliban- Bewegung täglich mächtiger werden lässt.

 

Unter der Regie des Berliner Ethnologen

 

Jan Köhler

befragten Rechercheure des

 

Sonderforschungsbereichs 700

 

der Freien Universität Berlin mehr als 2000 Haushalte in zwei afghanischen Nordprovinzen.

 

Über 90% der Befragten gaben an, dass sich die Sicherheitslage in den vergangenen zwei Jahren verbessert habe.

 

Zitat Jan Köhler:

Wir waren positiv überrascht.

In den Ostprovinzen zum Beispiel

hat sich die Stimmung im Vergleichszeitraum massiv verschlechtert.“

Zitat Ende.

 

Sollte die Stimmung aber in den Nordregionen kippen, werden die deutschen Soldaten dort auch als Besatzer wahrgenommen. Dann beginnt der Widerstand und die Spirale der Kämpfe und der Vergeltung schwillt an.

 

Nachdem 78 junge Kanadier in Afghanistan getötet wurden geriet die Regierung in Ottawa unter massivem Druck des kanadischen Bürger.

 

Deshalb stellte Kanada den anderen Nato - Staaten ein Ultimatum:

 

Sollten nicht mindestens 1000 weitere Soldaten nach Kandahar entsandt werden, ziehe Kanada sein gesamtes Truppenkontingent im Februar 2009 ab.

 

Auch bei den Niederländern, die mit knapp 1500 Soldaten im benachbarten Urusgan stationiert sind, gärt es heftig. Die Mehrheit der Niederländer wollen ihre „Jungs“ sofort zurückholen.

 

Das ist der wahre Grund für den massiven Druck, den US - Verteidigungsminister

 

Robert Gates

 

in seinem Brand - Brief an Berlin weiterreichte.

 

Den Mächtigen in Washington missfällt die ganze militärische Linie ihrer Verbündeten aus dem alten Europa.

 

Dass zum Beispiel die Niederländer faktisch ein Stillhalteabkommen mit den Taliban geschlossen haben und ihr Ex - Befehlshaber,

 

Generalmajor van Loon,

 

im Oktober 2007 im Stern - Interview offen bekannte:

 

Zitat

„Es macht keinen Sinn zu kämpfen, wenn die

Institutionen der afghanischen Regierung

vor Ort gar nicht existieren.“

Zitat Ende,

 

ist für die US - Befehlshaber eindeutig Verrat an der „gemeinsamen“ Sache.

 

Militärisch betrachtet können die Taliban gar nicht im offenen Kampf siegen. Sie brauchen einfach nur auszuharren, bis die ausländischen Truppen abziehen, weil deren Regierungen dem Druck daheim nicht mehr standhalten.

 

Genau da aber liegt das Problem der deutschen Bundeswehr.

 

Angela Merkel

 

hat aus nackter Angst vor den Bürgern sowie vor ihren Freunden in der

 

Atlantik Brücke e.V.

 

die Deutschen über die Hintergründe das Afghanistan - Engagements stets, bis heute, im Unklaren gelassen, denn eine ständig wachsende Mehrheit der Deutschen lehnt den Afghanistan - Einsatz rundherum ab.

 

Denn mit jedem

verstümmelten oder toten Bundeswehrsoldaten sinken rapide die Chancen derNicht - Mutterauf eine Wiederwahl.

 

Ob er will oder nicht, als Verteidigungsminister musste

 

Franz Josef Jung

 

selbst nach dem Selbstmordanschlag im Mai 2007 die Lage in Afghanistan schön reden, obwohl er viel lieber  alle Patrouillen verbieten und die Soldaten ins Lager verbannen würde.

 

Die schnelle deutsche Eingreiftruppe, die das norwegische Kontingent bei

 

Masar - i - Scharif

 

abgelöst hat, ist bereits fest eingeplant für eine größere Operation gegen aufständische Gefolgsleute eines Warlords, der wahrscheinlich die Seiten gewechselt hat.

 

Wenn der Befehl zum Einsatz

einmal gegeben ist, muss man mit starken und

verlustreichen Kämpfen, Verwundeten und Toten rechnen.

 

Deshalb erneut der

DRSB - Aufruf und Appell an alle deutschen Parlamentarier:

 

Holt unsere Jungs sofort da raus!

 

 

             

 

DRSB

 

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sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,

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