Sie sind hier: » »Die Nachwehen der US - Kriege« » Die Nachwehen der US - Kriege, 2008 » »Die Nachwehen der US - Kriege« - Teil 36 - Georgien: Die Trümmer der neuen US - Friedensordnung 
 

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Andreas Kallen Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 22. September 2008

 

 

Die Nachwehen der US - Kriege
- Teil 36 -

Georgien:

Die Trümmer der neuen US - Friedensordnung

 

Jahrelang und parteiübergreifend haben in Deutschland Politiker, die auch gleichzeitig Mitglieder der Atlantik - Brücke e.V. sind, versucht,  Russland aus dem europäischen Haus auszuschließen. Immer wenn es notwendig erscheint und den USA hilft, setzen sie quasi aus Versehen Europa mit Westeuropa gleich. Dabei stören diese politischen Pharisäer auch nicht, dass zum Beispiel Polen, Estland, Georgien oder Litauen eindeutig in Osteuropa liegen.

 

Mit solchen primitiven Tricks kann man jedoch weder die historischen noch die geographischen Gegebenheiten in Gesamteuropa verändern.

 

Russland pflegte von jeher Handel und politische sowie kulturelle Beziehungen zu allen  europäischen Nationen und Staaten. Rein historisch betrachtet war das „alte“ Russland durch das Christentum und seine Adelshäuser eng mit Europa verbunden. Die Russen, Esten, Karelier, Letten, Litauer, Ukrainer wie auch die Weißrussen haben in beträtlichem Maße erkennbar zur Entwicklung der Kultur in Europa beigetragen.

Die Geschichte Russlands

ist also ein elementarer Bestandteil der Entwicklung von Gesamteuropa.

Die gemeinsame Geschichte, die im 20. Jahrhundert der grausame, zerstörerische und blutige Schauplatz zweier Weltkriege war, sollte Grund genug sein aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen.

Trotzdem wird durch das egoistische und hinterlistige Strippenziehen der USA, Europa als ideologischer, militärischer und politischer Tummelplatz aufrechterhalten. Bereits vor dem zweiten Weltkrieg führte diese verdrehte und vollkommen verfehlte amerikanische Logik des politischen Denkens zur Teilung Europas in zwei einander entgegengesetzte Blöcke. Noch heutzutage verbreiten die westlichen Medien regelmäßig das Märchen, dass ausschließlich die bösen Kommunisten ein gemeinsames europäisches Haus verhindert hätten.

 

In Wahrheit führten aber die USA die politische Teilung von Europa herbei, indem sie systematisch den so genannten „Kalten Krieg“ gegen die damals kommunistisch geprägten osteuropäischen Staaten in Gang setzten ( Truman - Doktrin ). Der westeuropäische Nato - Block wurde als politisches und militärisches Instrument der Konfrontation in Westeuropa eingerichtet.

 

Nach und nach verwandelten unseren „lieben amerikanischen Freunde“ Europa in eine Art militärische

Atom - Arena

ohne jegliche Rücksicht auf politische oder territoriale Realitäten. Wann immer es den USA nützlich erschien, zogen sie an den „Polit- und Netzwerkstrippen“ und verschärften oder entspannten das politische Klima in Europa. Mit der Hilfe der langjährig aufgebauten Netzwerke fanden sich stets willfährige Bürger aus Deutschland oder anderen westeuropäischen Staaten, die dann die Prozesse und Szenarien in Gang setzten. Durchleuchtet man diese willfährigen Helfer, muss man feststellen, dass diese Personen in den meisten Fällen in den USA lebten, studierten oder für mehrere Jahre arbeiteten durften und fest eingebunden wurden in so dargestellte

amerikanisch - deutsche, amerikanisch - französische

oder auch in

amerikanisch - georgische Freundschaftskreise.

Leser der DRSB - Artikel wird es jetzt nicht gerade verwundern, dass sehr viele Personen in Europa, die in politischen oder wirtschaftlichen Führungspositionen herumhängen, aktive Mitglieder dieser so genannten

US - Freundeskreise

sind.

Quasi nach dem Guildo Horn - Motto:

Piep, Piep, Piep - wir haben uns doch alle so sehr lieb.

Dabei haben gerade diese willfährigen und gefährlichen europäischen US - Handlanger in der Nachkriegsgeschichte Europas dramatische Situationen und Ereignisse ausgelöst und auf Weisung der Mächtigen in den USA regelmäßig verschärft. Die USA konnten dadurch einen aufrichtigen und wahrhaften europäischen Friedensprozess auf der Basis von Anerkennung und Achtung bis heute blockieren. Selbst regelmäßige politische Schauveranstaltungen wie in Helsinki ( OSZE - Konferenzen und Schlussakten ) können von dieser Realität auf Dauer nicht mehr ablenken.

 

Infolge von wirtschaftlichen US - Interessen und des Nato - Bündnisses soll nun Europa erneut vor einen Kriegskarren gespannt werden. Obwohl die Bundesregierungen unter Helmut Kohl und auch unter Gerhard Schröder jahrelang privilegierter Ansprechpartner für Moskau waren und bedingt dadurch immer wieder zwischen West und Ost vermitteln und Spannungen abbauen konnten, droht nun die eigenwillige

Merkel - Russland - Politik

im Strudel des Kaukasus - Konfliktes unterzugehen.

 

Russland

scheint aber nach wie vor an den politischen und wirtschaftlichen Sicherheitsinteressen von Deutschland festzuhalten. Bis heute war jahrzehntelang der russische Staat ein verlässlicher Partner für Deutschland, der auch in schwierigen Zeiten alle getroffenen Vereinbarungen eingehalten hat.

 

Zwar hat Angela Merkel in den ersten Wochen des Konflikts um die georgischen Provinzen Südossetien und Abchasien versucht, mit einlenkenden Worten in Richtung Moskau eine Art Mittlerposition aufzubauen. Obwohl die deutsche Bundeskanzlerin seit Amtsantritt eine viel sachlichere Russland - Politik als ihr Vorgänger Gerhard Schröder betrieben hat, kommt sie zunehmend unter Druck.

 

Völlig unnötig stellte Angela Merkel schon bei ihrem Besuch in Tiflis dem georgischen Präsidenten öffentlich die Nato - Mitgliedschaft in Aussicht. Möglicherweise wurde der georgische Präsident durch das Vertrauen auf westliche Hilfe erst zu seinem kriegerischen Abenteuer ermutigt. Dadurch droht nun die politische Balance in Europa endgültig verloren zu gehen, denn die USA drängen, Georgien und einige EU - Partner, wie zum Beispiel Frankreich, Italien, Luxemburg und England auf klare Parteinahme.

 

Vor diesem Hintergrund musste vermutlich auch die deutsche Bundesregierung ihren Ton gegenüber Russland verschärfen, so dass ihr gar nichts anderes übrig blieb, als den schleppenden russischen Abzug aus Georgien zu kritisieren und zu fordern, dass der neue russische Präsident in seinem ersten militärischen Konflikt Wort hält. Dieses von den USA gewünschte und herbeigeführte Szenario ist höchst gefährlich, weil natürlich Hardliner auf beiden Seiten die Eskalation suchen.

 

Die russischen Scharfmacher beabsichtigen offenbar, die russische Bevölkerung mit nationalen Emotionen hinter dem neuen Präsidenten geschlossen zu vereinen. In den europäischen Nato - Staaten trumpfen die US - Handlanger wieder auf, die ferngesteuert von den USA eine Entspannungspolitik gegenüber Russland immer schon für einen Fehler hielten. Es ist blanker Unsinn, dass nun amerikanische Politiker vermehrt Russland mit einem möglichen Rausschmiss aus der G8 und dem Klub der führenden Wirtschaftsnationen drohen. Auch eine Verzögerung oder Blockade des russischen Beitritts zur Welthandelsorganisation ist an politischer Unvernunft nicht mehr zu steigern. Solche untauglichen Aktionen beschleunigen nur die Eskalation und könnten dazu führen, dass sich russische Politiker darüber ernsthaft Gedanken machen, mit China, Indien und anderen freien Staaten, eigene wirtschaftliche und politische Partnerorganisationen aus der Taufe zu heben. Der politische und wirtschaftliche Niedergang der USA würde durch solche Maßnahmen erheblich beschleunigt.

 

In einer solchen Situation hilft es mehr weiter, einen Blick auf die Geschichte zu werfen und die Realitäten zu durchleuchten, als eilfertig dem offensichtlich stark gefärbten Medienspektakel Glauben zu schenken.

 

Als die Sowjetunion und der Warschauer Pakt auseineinderbrachen und die einzelnen Teilrepubliken ihr Schicksal in die eigenen Hände nahmen, war es der sendungsbewusste und mit Napoleon - Allüren auftretende

Swiad Gamsachurdia,

der vergleichbar mit einem orientalischen Despoten, die Macht an sich reißen konnte und als Tarnung seiner wirklichen Absichten ständig von demokratischen Verhältnissen herumfaselte. Sein ausgeprägter Hass auf alles Russische ist verständlich, denn wer mehrfach vom ehemaligen KGB eingekerkert wurde und vermutlich unter starken Drogeneinwirkung im sowjetischen Fernsehen zu fragwürdigen Geständnissen missbraucht wurde, kann keinerlei freundschaftliche Gefühle mehr für seine Peiniger entwickeln. Der Chefpeiniger und Befehlshaber des ehemaligen KGB in Georgien war der spätere „Erste Parteisekretär“ der sowjetischen Teilrepublik Georgien und hieß:

Eduard Schewardnadse.

Auch dadurch werden plötzlich einige dubiose politische Entwicklungen in der stetig unruhigen Kaukasus - Region erklärbar, denn nach der Machtergreifung schränkte

Swiad Gamsachurdia

die historisch verständlichen Autonomiebestrebungen von Süd- und Nordossetien ein und führte einen blutigen und äußerst brutalen Unterwerfungsfeldzug gegen alle freiheitsliebenden „aufsässigen“ Osseten. Wochenlang wurde die Hauptstadt Zchinwali von georgischen Militäreinheiten und Freischärlern eingekreist und beschossen. Vergleichbar mit dem Kosovo waren Zivilisten die Hauptopfer. Die deutschen und westeuropäischen Medien wollten vermutlich hierüber nicht verstärkt berichten, da man die Interessen der USA in der Region nicht gefährden wollte.

 

Der amtierende georgische Präsident Saakaschwili, der übrigens in den USA Jura studierte und natürlich einem

amerikanisch - georgische Freundschaftskreis

angehört, vertritt ohne jeden Zweifel ausschließlich amerikanische Interessen und holte sich bereits zu seinem Amtsantritt amerikanische Militär- und Wirtschaftsberater ins Haus.

 

Die georgischen Militäraktionen in der Region Ossetien und Massaker an Osseten erwecken deshalb den Eindruck, dass man mit dem Konflikt

1.

gezielt von den Desastern der

Afghanistan- und Irakkriege ablenken möchte,

2.

die kriegsmüden Europäer wieder verstärkt zu den Waffen rufen will

und

3.

die Finanz- und Wirtschaftskrise in den USA verschleiern möchte.

Der amtierende georgische Präsident Saakaschwili lässt deshalb keine Gelegenheit aus, schwere Vorwürfe gegen den aus seiner Sicht zögerlichen Westen zu erheben. Angeblich soll die Europäische Union seine Warnungen vor einer russischen Truppenkonzentration an der georgischen Grenze nicht ernst genommen haben.

 

Dass die Süd - Osseten nunmehr die staatliche Vereinigung mit ihren Brüdern aus dem Norden fordern, ist bei nüchterner Betrachtung mehr als verständlich. Bereits im frühen 19. Jahrhundert schlugen sich das Bergvolk der Osseten auf die Seite des Zarenreiches und im 2. Weltkrieg galten sie als zuverlässige Verbündete der roten Armee. Der Hilferuf nach Russland wird somit für alle DRSB - Leser transparenter.

 

Russland war also, genau wie die Westeuropäer und die Amerikaner damals im Kosovo, gezwungen zu handeln.

 

Mit der Empfehlung des russischen Ober- und Unterhauses an Präsident

Dmitrij Medwedew,

die Unabhängigkeit der georgischen Provinzen Südossetien und Abchasien anzuerkennen, haben die russischen Politiker nichts anderes getan, als Westeuropa und die USA mit der Anerkennung des Kosovo beabsichtigten. Obwohl bis heute nur 40 Staaten den Kosovo anerkennen und nicht nur Spanien bis heute die Anerkennung verwehrt, konnte dadurch bis heute ein größeres ethnisches Massaker verhindert werden.

Warum also sollte man den Osseten Unabhängigkeit verweigern?

Die Anerkennung schützt die Osseten in ihren Gebieten vor äußerer Gefahr und stärkt, im Gegensatz zur amerikanischen Auffassung den internationalen Frieden und die Stabilität in der Region. Eine von den Osseten gewünschte Stationierung von russischen Truppen auf Ossetischen Gebieten verstößt damit nicht gegen internationales Recht.

 

Da Gewalt nie eine Lösung darstellen kann, wird man das vermeintliche Problem zwischen Russland und Georgien in sachlich ruhiger Form beheben können.

 

Die derzeitige politische Führung Georgiens, die vorgeblich demokratische Reformen durchführen möchte, sollte von den Europäern zur Ordnung gerufen werden. Das georgische Bestreben, der Nato und der EU beizutreten, sind ohnehin nur die Wunschträume der USA, die ihren militärischen und wirtschaftlichen Einfluss in der Kaukasus - Region nicht verlieren und wieder einmal die Nato - Partner dazu missbrauchen möchte, die Kosten der US - Allmacht - Träume auf die Europäer abzuwälzen.

Weder ( West ) Europa noch Deutschland

werden aber am Hindukusch oder in Georgien verteidigt.

Auch wenn derzeit das DRSB - Plädoyer für einen weiterführenden tiefergehenden Dialog mit Russland dem Verein wenig Applaus von den US - Hörigen Mitgliedern der

Atlantik - Brücke e.V. und den Medien einbringen wird, ist der Weg für Deutschland und Europa, sich von den USA zu lösen und ein gemeinsames europäisches Haus zu bilden, völlig richtig und klar erkennbar vorgegeben.

Die Märkte der Zukunft liegen in China, Indien und Russland und werden allen Deutschen sichere

Arbeitsplätze, Wohlstand und zukunftsfeste Renten

garantieren können.

 

Erneut stehen die Mächtigen in den USA vor den

Trümmern ihrer vermeintlichen neuen Friedensordnung

und begreifen noch immer nicht, dass selbst die engmaschigsten Netzwerke, die sie seit Jahren weltweit knüpfen, den baldigen Niedergang des amerikanischen Imperiums nicht mehr verhindern können.  

 

 

             

 

 

DRSB

 

Wir kämpfen seit 20 Jahren mit der Stimme der Demokratie

für

einen modernen Sozialstaat,

sichere, langfristige Arbeitsplätze,

sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,

sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,

und für

korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.

 

 

             

DRSB e.V.
Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Ikenstraße 8
40625 Düsseldorf
(Verwaltungssitz)
eMail: drsb@deutscher-rentenschutzbund-ev.de
Website: http://www.deutscher-rentenschutzbund-ev.de
Impressum

Wer wir sind
Links

Spenden für ein nutzmehrendes
deutsches Rentensystem