DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Heinrich Sternemann • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 08. April 2009
Zahlt Europa den Preis des Versagens?
Deutschland, ja ganz Westeuropa steht in den kommenden 12 bis 18 Monaten vor der entscheidenden Richtungswahl, im Rahmen der veralterten NATO - Strukturen sich zunächst in einen so genannten „kalten“ und kurz darauf in einen „heißen“ Krieg hineindrängen zu lassen, oder sich neuen, friedlichen und nutzmehrenden Partnerschaften zu öffnen.
Es gehört bedauerlicherweise in der deutschen Öffentlichkeit nach wie vor zum guten Ton, sich über russische Politiker und deren Regierungsstil moralisch zu entrüsten, so dass eine vielversprechende ökonomische Partnerschaft und eine mögliche spätere freiheitliche Konföderation leicht verspielt werden könnten.
Zurzeit geht es deshalb in den deutsch - russischen Beziehungen vorrangig um Erdgas und Erdöllieferungen, denn die sehr aggressive Expansion der NATO in Osteuropa bremst nutzbringende wirtschaftliche Aktivitäten der Moskauer Politiker erheblich ab.
Wer lässt sich schon gerne mit einer
entsicherten Maschinenpistole ständig vor der Nase herumfuchteln?
Niemand!
So müssen es aber die Bürger in Russland empfinden, wenn amerikanische Offiziere und deutsche Militärexperten vehement damit beschäftigt sind, georgische, polnische und ukrainische Militäreinheiten im Geschwindschritt auf den NATO - Standard umzurüsten, wie es der ehemalige Sicherheitsberater des damaligen US - Präsident Jimmy Carter,
Zbigniew Brzezinski,
geplant und prophezeit hat.
Dieses rücksichtslose Vordringen der NATO weckt bei vielen russischen Bürgern schmerzhafte Erinnerungen an den zweiten Weltkrieg.
Genau das ist der gefährliche Knackpunkt!
Amerikanische, englische und französische Politiker versprachen in feierlichen Festreden den ehemaligen russischen Präsidenten
Gorbatschow und Jelzin,
allerdings ohne jegliche rechtsstaatliche vertragliche Absicherung, dass nach der deutschen Wiedervereinigung die NATO nicht auf ehemaliges sowjetisches Gebiet vordringen wird.
Alle Westeuropäer sollten sich heute schon von der Träumerei und Naivität befreien, dass der neue amerikanische Präsident sie als souveräne Partner sieht oder gar anerkennt.
Der neue US - Präsident forderte bereits die beschleunigte Aufnahme von Georgien sowie der Ukraine in das veralterte System der Atlantischen Allianz.
Einmal angenommen, beide Staaten wären bei den letzten politischen Störfällen mit Russland bereits NATO - Partner gewesen, so hätte die Möglichkeit bestanden, das Tor zum dritten Weltkrieg weit zu öffnen.
Die enge militärische Zusammenarbeit zwischen Washington und Warschau feuert den latenten polnischen Revanchismus erneut an und kann dadurch Weißrussland in unnötiger Weise provozieren und in Bedrängnis bringen. Auch ein solch denkbares Szenario könnte das Tor zum dritten Weltkrieg völlig überraschend öffnen.
Die Bindung an Russland ist immer noch sehr eng, denn die technisch hochstehende weißrussische Rüstungsindustrie entwickelt ständig militärische Neuerungen und tritt vermehrt als Waffenlieferant für China und Iran auf.
Nur ein unbedachtes Wort, eine unglückliche Geste oder vielleicht sogar eine vorsätzliche Provokation könnte Russland dazu verleiten, wieder Ruhe vor der Haustüre haben zu wollen.
Der Zeitpunkt dafür wäre günstig, denn die US - Truppen im Irak und Afghanistan sind ausgezehrt, kampfesmüde und stehen vor der totalen Demoralisierung. Die GIs wissen, dass ihre Mission im Irak gescheitert ist, sonst würde sie der neue US - Präsident nicht schon nächstes Jahr zurückholen wollen. Anders als in Vietnam scheint es diesmal so, als ob der US - Armee das Rückgrat gebrochen werden konnte. Zusätzlich führt der unaufhaltsame wirtschaftliche Zusammenbruch der USA das Pentagon an finanzielle Schmerzgrenzen.
Die ständige Stationierung amerikanischer Truppen in Westeuropa, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Türkei, Pakistan und Thailand vernichtet Monat für Monat mehrere Milliarden US - Dollar an Steuergeldern, die man in Washington durch Ausbeutung der aufgezählten Länder nicht wieder hereinholen kann.
Da ist der Weg von der US - Wirtschaftskatastrophe zum Krieg nur noch ein ganz kleiner Schritt.
Die Russen haben von Deutschen, Amerikanern, Vietnamesen und durch ihre militärischen Aktivitäten in Afghanistan gelernt, ihre militärische Strategie sowie die notwendige Gefechtstechnik der jeweiligen Lage anzupassen.
Ost- sowie Westeuropa kennen russische Militärspezialisten wie ihre eigene Hosentasche.
Für einen geplanten Vorstoß zum Nordatlantik setzen sie deshalb auf den Einsatz ihrer gepanzerten Fahrzeuge in Kombination mit Luftlandeverbänden und massiver Luftabwehr.
Damit können die russischen Einheiten selbst im panzerungünstigen Gelände schnelle Vorstöße und Geländegewinne realisieren.
Tagesziele von mindestens 100 bis 150 Kilometern dürften zur Regel werden.
Mit vermutlich einer zehnfachen Überlegenheit dürften russische Kampfverbände innerhalb weniger Tage ihre gesteckten Aufgaben lösen können.
Die Erreichung ihrer militärischen Ziele
Durchbruch, Einkesselung und Vernichtung
garantiert die Gefechtstechnik der russischen Kampfverbände, die grundsätzlich in zwei Staffeln mit jeweils drei Angriffswellen die Verteidiger niederkämpfen wollen.
Aus der Sicht des russischen Generalstabes stehen der Geländegewinn und die Geländesicherung an erster Stelle, so dass mit massivstem Einsatz von so genannten taktischen A- und C-Waffensystemen gerechnet werden muss.
Die Abwehrmöglichkeiten von Deutschland sowie auch von Westeuropa gegen einen solch massiven Erstschlag sind äußerst begrenzt, da die ständigen Sparmaßnahmen bei den Verteidigungsausgaben dann ihre volle Wirkung zeigen.
Stehen die russischen Kampfverbände erst einmal am Nordatlantik, werden russische Spezialeinheiten mit der Sicherung der einzelnen Länder beginnen.
Antirussische Bewegungen, Atlantik - Netzwerke und vergleichbare Organisationen werden zur Auflösung kommen.
Die Mitglieder dieser Organisationen können in so genannten
Brain - Camps
für ein kollektives, rücksichtsnehmendes Gesellschaftsleben vorbereitet werden.
Nach der Absolvierung aller Kurse dürfte aus russischer Sicht eine Eingliederung in eine soziale Gesellschaftsstruktur möglich erscheinen.
Nach den russischen Vorstellungen sind die verfaulte, verlogene US - Moral sowie das völlig marode US - Wirtschaftssystem , in dem Geld nur verzinst weiterverliehen wird, so dass Geldvermögen und Schulden in gleichen Umfang immer schneller anwachsen, die Hauptgründe für das militärische Handeln.
Dadurch erscheint der dritte Weltkrieg als das Versagen der politischen und wirtschaftlichen US - Systeme.
Sammelt und analysiert man die Aussagen russischer Politiker in den letzten zwei Jahren, so kann man schon heute sehr leicht voraussagen, welche realen Chancen und Handlungsspielräume zum Beispiel einem deutschen Außenminister in Moskau verbleiben würden.
Somit wirft sich nicht die Frage auf, ob es erneut zu einem Krieg auf westeuropäischen Boden kommen könnte, sondern
wann, durch wen und wie.
wird sich im Teil 53
Hat der Zaubertrank versagt?
[ Rückkehr zum heißen Krieg ]
mit den Ängsten der Menschen in den USA und in Europa befassen, die vor einer undurchschaubaren Welt der Mächtigen in Washington stehen, die sie rücksichtslos für angebliche Freiheit und Demokratie im dritten Weltkrieg verheizen wollen.
DRSB
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